Llvme - Fogeira De Suenos

Review

Eisige Höhen; froststarre, pechschwarze Felsenzacken, die über den Nachfahren eines Jahrtausende alten Königreichs thronen – das sind die perfekten Zutaten für echte norwegische Schwarzmalerei. Aber im sonnigen Spanien, da gibt’s sowas doch nicht.

Denkste! Neben tierquälerischer Selbstvertümmelung (auch bekannt als Stierkampf) hat Spanien eine durchaus Pagan-Metal-taugliche Vergangenheit zu bieten. Die leonesische Band LLVME hat sich ein entsprechendes Image zugelegt. Eine kleine Geschichtsstunde:
Im Jahre 68 n. Chr. stationiert der römische Kaiser Galba seine siebte Legion in den spanischen Bergen, um die aufständischen Gebirgsbewohner ruhig zu stellen. Aus dieser Besetzung entsteht das Königreich León – eine abgeschliffene Form von „Legion“.

In der alten leonesischen Sprache ist LLVME das Wort für Feuer. Die Band verfasst alle ihre Text in diesem alten Zungenschlag. Ihre Musik vereint passend zum Bandkonzept die Erhabenheit des Doom Metal mit lebendiger keltischer Folkmusik. Mit ihrem Pagan Doom Metal sind sie meilenweit entfernt von den rockigen Landsleuten MÄGO DE OZ. Die Band selbst nennt SHAPE OF DESPAIR, MY DYING BRIDE und NEGURA BUNGET als Einflüsse. Um so richtig „pagan“ zu sein, sind allerdings Dudelsack, Geige und pathetische Keyboardsounds unverzichtbar, was dem Doom ein bisschen die Düsternis nimmt.

Metal und Folk zu verschmelzen war nie einfach. Viele Bands haben nur eine Nebeneinander, aber echte keine Vereinigung beider Musikrichtungen geschaffen. Auch LLVME scheitern manchmal.
Übergänge und Spannungsbögen sind das Hauptproblem auf ihrem neuen Album „Forgeira de Sueños“: Das lebhafte Dudelsackintro „Llvme“ steht beziehungslos neben epischen Doom-Riffs. Der Songzyklus „L’Allumamientu Del Fueu“ verbinden sich nicht zu einem Ganzen, sondern bleibt ein Sammelsurium von Einzelteilen.

Selbes gilt auch für das Soundbild: Im Gegensatz zum volltönenden Keyboard wirken die Gitarren arg dünn.
Atmosphäre kommt zwar auf, aber es fehlen großartige Melodien, wie SHAPE OF DESPAIR sie liefern. Wirklich griffig sind nur die Folkteile. Da stammen die Melodien aber wahrscheinlich aus dem Fundus der Tradition. Geradezu magisch ist der Song „Vaqueirada“: Der Sänger rezitiert fast ohne Begleitung eine zauberhafte Melodie, in der sich die Jahrtausende zu spiegeln scheinen.
„Forgeira de Sueños“ hat gute Ansätze und zeigt einmal mehr, dass Pagan Doom Metal ein vielversprechendes Genre ist. Hoffentlich gelingt es LLVME in Zukunft, Folk und Metal noch innovativer zu verschmelzen. Dann entstehen vielleicht auch überwältigende Songs, die auf dem aktuellen Album leider Mangelware sind.

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18.04.2010

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