Magic Kingdom - Savage Requiem

Review

Oh, ein lange verschollenes RHAPSODY-Album aus der Prä-OF-FIRE-Ära? Der Gedanke drängt sich beim Erstkontakt mit „Savage Requiem“ zwar auf, doch zeigen hier keine Italiener Mut zum Kitsch, sondern der belgische Gitarrist Dushan Petrossi (IRON MASK) und seine Mitstreiter, die sich ihren Bandnamen MAGIC KINGDOM nicht zufällig mit einem Disney-Themenpark teilen.

Man mag die mit einem klebrigem Zuckerguss-Sound veredelten Stücke belächeln und über die Extraportion Pathos ebenso spotten wie über die ambitionierten Frickelorgien des Gitarren-Meisters. Das sollte jedoch nicht über das clevere Songwriting und die durchdachten Arrangements hinwegtäuschen. In der Nische, die MAGIC KINGDOM bedienen, mag sich nicht jeder Metalhead wohlfühlen, dennoch muss man anerkennen, dass die Band hier für ein äußerst ansprechendes Interieur gesorgt hat und auf übertriebene Plattitüten weitestgehend verzichtet.

Das ist zum einen natürlich der Verdienst von Bandkopf Petrossi, jedoch trägt auch Sänger Christian Palin (ex-ADAGIO) entscheidend zum Gelingen bei. Nur in Ausnahmefällen agiert er so überkandidelt wie in „Full Moon Sacrifice“, wo das stereotypische Fantasy-Konzept allzu sehr in den Vordergrund rückt, und setzt sonst vor allem auf ein breites emotionales Spektrum. Wie seine MAGIC-KINGDOM-Kollegen ist der gebürtige Uruguayer dabei Vollprofi und lässt technisch überhaupt nichts anbrennen.

Die kristallklare und differenzierte Produktion entwickelt erstaunlich viel Druck und unterstreicht den Spannungsaufbau der Songs. Dennoch sind es in erster Linie die starken Melodien, mit denen MAGIC KINGDOM punkten können. Und genau hier liegt auch das größte Manko der Scheibe: Die besten der ohrenschmeichelnden Tonfolgen kennt man im Grunde bereits zur Genüge. An vielen Stellen hat sich Dushan Petrossi allzu offensichtlich bei klassischen Vorbildern bedient und diese bestenfalls leicht verändert übernommen.

Dass die untote Besatzung des „Ship Of Ghosts“ plötzlich Beethovens „Ode an die Freude“ anstimmt, ist da nur die Spitze des Eisbergs. Und obwohl gewisse Klassik-Reminiszenzen natürlich vollkommen legitim sind, wirkt das Zitieren von Orchester-Evergreens auf „Savage Requiem“ leider nicht ganz so elegant wie bei den Kollegen von SYMPHONY X. Nichtsdestotrotz liefern MAGIC KINGDOM eine gelungene Scheibe ab, an der Fans von symphonischem Power-Metal eine Menge Spaß haben dürften.

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19.03.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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