Magic Kingdom - Symphony Of War

Review

Beim ersten oberflächlichen Hören von “Symphony Of War“, dem dritten Album der belgischen Symphonic Metaller MAGIC KINGDOM, stellt sich erst einmal eine sehr unselige Vermutung ein: Die haben ja sehr offensichtlich bei RHAPSODY, LUCA TURILLI und STRATOVARIUS geklaut.

Und in der Tat scheint genau das der Fall zu sein. Zunächst einmal fallen jene Details auf, die auch für den guten Namen der genannten Referenz-Bands gesorgt haben. Bombastische Orchestrierung, flirrende Keyboard-Melodien, epische Thematik und relativ harmlose Gitarrenarbeit, die immer hart am nervigen Gedudel vorbei schrammt. Beschäftigt man sich allerdings etwas genauer mit der Scheibe, bemerkt man sehr schnell, dass man der Band mit dem ersten Urteil Unrecht getan hat. Nun ja. Nur der LUCA TURILLI-Vergleich will einfach nicht verschwinden. Aber wen wundert das schon? Hat Sänger Olaf Hayer doch auch lange Zeit für den italienischen Gitarrenmeister hinterm Mikro gestanden. Und gerade in diesem Genre sind die Vocals nun einmal sehr prägend. Da man sich aber nicht selbst kopieren kann, erfreuen wir uns einfach an dem Können, das Olaf auch auf diesem Silberling zeigt und wenden uns der Musik des Sextetts zu.

Denn auch diese ist keineswegs ein reines Plagiat. Natürlich sind die Grenzen in dieser Stilrichtung sehr eng. Aber die Belgier schaffen es immer wieder, diese zu durchbrechen und unerwartete Stilelemente einzubringen, die der Hörer so nicht erwartet hätte. So mag man sich zwar zu Anfang des Albums noch fragen, warum mit Roma Sidaletski jemand in den Credits auftaucht, der angeblich “Extreme/Death-Gesang“ beigesteuert hat. Aber spätestens im zweiten Teil der “Metallic Tragedy“, die dieses Mal auf den Namen “The Holy Pentalogy“ hört, werden die aggressiven Growls und Shous, die in ihrer Härte tatsächlich aus dem Death Metal stammen könnten, deutlich. Zudem wird auch klar, dass sie der Musik von MAGIC KINGDOM eine neue Qualität geben. Überhaupt ist dieser Long-Track das Prunkstück des Albums. Die Musiker trauen sich aus dem engen Korsett, das sie sich scheinbar noch bei den ersten Stücken auf “Symphony Of War“ auferlegt haben, auszubrechen. Es finden sich heftige Riffs, starke Schlagzeug-Attacken und Momente, die fast schon an einen guten Film-Soundtrack erinnern.

Auf dem dritten Album der Belgier ist immer noch nicht alles Gold, was glänzt. Gerade die ersten Stücke erinnern einfach zu sehr an die großen Namen des Genres, die einfach schon alles gesagt haben. Die letzte halbe Stunde, die alleine der “Holy Pentalogy“ gewidmet ist, haut jedoch alles wieder raus. Aggressiv, frisch, hart und doch zu jeder Zeit episch, theatralisch und mit einer packenden Geschichte ausgestattet, die gelungen erzählt wird, setzen MAGIC KINGDOM Maßstäbe. Auf diese Art und Weise erreichen sie eine Qualität, die einer Fortführung von RHAPSODYs “Symphony Of The Enchanted Lands“ gleichkommt, obwohl man bisher das Gefühl hatte, dass in diesem Genre nichts diesen Standard je würde erreichen können. Wenn die sechs Musiker es jetzt auch noch schaffen, diese Qualität auch auf die kürzeren Songs zu übertragen, könnten sie noch zu einer ganz großen Nummer in der Szene werden.

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19.11.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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