MaidaVale - Madness Is Too Pure

Review

Die goldene oder die blaue Pille? Der geschätzte Kollege Marek Protzak entschied sich bei der Wahl zwischen BLUES PILLS und GOLD für MAIDAVALE. „Im Namen des Rock.“

Kein Wunder, denn die vier sympatischen Schwedinnen haben vor gut zwei Jahren mit „Tales Of The Wicked West“ ein tolles Debütalbum vorgelegt, welches frisch und rockig, mit viel Retro-Charme und guten Ideen begeistern konnte. „Madness Is Too Pure“ nennt sich nun das darauffolgende zweite Album, welches an die Glanztaten anknüpfen möchte.

MAIDAVALE verlieren etwas das Ziel aus den Augen

„Madness Is Too Pure“ zeigt sich deutlich weniger zugänglich als das Vorgängeralbum. Durch den Produzenten Jari Haapalainen rückt die Band mehr in eine vom Kraut Rock und experimentellen Strömungen inspirierte Ausrichtung. MAIDAVALE klingen heuer schwer, verhangen und dunkel. Flächige instrumentelle Passagen rücken Frontfrau Matilda Roth in den Hintergrund. Dadurch wirken die Höhepunkte wie „Walk In Silence“ zur Mitte des Albums erfrischend. In den großräumigen Frickel- und Jampassagen anderer Stücke vermisst man dann aber das starke Organ der Schwedin. Schade eigentlich, aber bei dieser konzeptionellen Kurskorrektur kaum zu vermeiden.

Womit wir dann auch schon beim Hauptproblem von „Madness Is Too Pure“ sind. Auch wenn das neue Album sicherlich in der Gesamtwirkung geschlossen und künstlerisch ist, so gehen durch die beschriebene Positionierung leider ebenso Energie und Spritzigkeit verloren. Sphärische Klänge wie im (passenderweise) „Trance“ benannten Stück bringen neue Elemente ins Spiel. Am liebsten hört man MAIDAVALE allerdings rocken und Ausbrüche wie im zweiten Teil von „Trance“ sind Seltenheiten.

Summa Summarum – „Madness Is Too Pure“

Dennoch wird der aufmerksame Hörer auch auf dem zweiten Album viele spannende und erhellende Momente entdecken können. Die Dichte von Volltreffern und Aha-Erlebnissen ist allerdings einfach geringer als auf dem Debüt „Tales Of The Wicked West“.

Am Ende landen wir bei der Ausgangsfrage: Besser als BLUES PILLS? Vermutlich. Besser als GOLD? Sicher nicht.

26.04.2018

Stellv. Chefredakteur

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