Majesty of Silence - But There's A Light

Review

Ja was ist es denn nun? Black Metal? Power Metal? Die schweizerische Gruppe namens Majesty of silence stürzt den Hörer nach einem düsteren, gelungenen Intro und dem zweiten Track bereits in gehörige Verwirrung. Die 1994 unter dem Namen Culture Shock (im Hinblick auf die spätere Entwicklung ein sicher berechtigter Name) gegründete Band versuchte sich zunächst an Coverversionen von so extrem harten und brutalen Bands wie den Beatles und Nirvana und ersten eigenen Songs auf schweizerdeutsch. Mit dem neuen Bassisten kam 1996 der Wandel zum Heavy Metal. Betrachtet man das Artwork und Cover der Gruppe, vermutet man auch zunächst eine der typischen Power-Metal-Outputs aus dem wohl bekannten Einheitsbrei. Doch weit gefehlt! Die Nummer zwei der Scheibe, mit dem hübschen Titel „Moonlight Masquerade“, entpuppt sich als melodisch-düsteres Black-Metal-Häppchen. Doch recht schnell fallen die allzu dominanten Keyboards, die dünnen, drucklosen Gitarren und die zu lauten Drums auf – letztere klingen auf der ganzen Platte dermaßen platt und eindimensional, wie ich es selten zuvor gehört habe. Trotzdem wissen sowohl die dunklen Harmonien als auch die kreischenden Vocals zu überzeugen – man fühlt sich sogar leicht an Satyricon-Songs zur Nemesis Divina-Zeiten erinnert. Allerdings wird dieser als sogar sehr gut einzustufende Song in seiner ästhetischen Gänze wieder zerstört: Inmitten des schönsten Melodie-Feuerwerks platzt auf einmal und wie aus dem Nichts eine weinerliche, emotions- und ausdruckslose und völlig unpassende weibliche Stimme in das düstere Treiben hinein – und verscheucht mit einem hirnlosen Sprechgesang, der auch noch produktionstechnisch stark in den Vordergrund und über den Rest der Mannschaft geregelt wurde, jegliche authentische Atmosphäre. Doch nun, bereits mit dem zweiten Track (,,Experience of fear“), wandelt sich die musikalisch-technische Seite rigoros weg vom Black und hin zum Power Metal. Alleine die Vocals bleiben vorerst im schwarzmetallsichen Bereich verhaftet. Die nachfolgende Nummer beinhaltet neben dem Gekeifer bereits cleane Vokalpassagen in deutscher Sprache, die jedoch selten einmal den Ton zu treffen vermögen und daher den Stempel „Gewollt und nicht gekonnt“ verpasst bekommen. Dieses Prinzip des ungeschickten Mischens zwischen wirklich gekonntem Gekreische und schwächlichem, schlecht intonierten Power-Metal-Gesang hält auch für die weiteren Stücke auf dieser Scheibe an und ersticken jeden guten Ansatz – und von diesen guten Ansätzen sind einige vorhanden – bereits im Keim. Ein Übriges erledigt die bereits oben benannte Frauenstimme, die unbeirrt an den unpassendsten Stellen ihren leidigen Dienst verrichtet und die nicht nur unprofessionelle, sondern einfach misslungene Produktion. Ich kann die Gründe natürlich nicht nennen, doch scheinbar muss die Metamorphose von den Beatles hin zum Black Metal nicht immer zu überragenden Leistungen führen – mehr als 5 Punkte sind hier nicht drin. Doch Jedem sei an dieser Stelle gesagt, dass ein Probehören vorteilhaft sein kann, denn schöne Melodien werden zuhauf geboten.

08.03.2003

Der metal.de Serviervorschlag

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