Majesty of Silence - Zu Dunkel für das Licht

Review

Es gibt vermutlich einige Geschichten, die einem Rezensenten beim Schreiben von Plattenkritiken widerfahren. Meist sind diese aber zurecht redundant, andere hingegen können den ersten Eindruck eines Albums wunderbar widerspiegeln – so geschehen beim ersten Hören von „Zu Dunkel Für Das Licht“. Denn schon der Albumeinstieg ist … unterhaltsam. Denn während eine Frau verheißungsvoll „Dies ist keine Geschichte …“ und von einer männlichen Stimme „dies ist der…“ verkündet, quäkt plötzlich ein „Unterrrgang“ rein, und das Geratter beginnt. In meiner belustigten Überraschung prustete ich meinen Bildschirm mit Kaffeenebel voll … etwas, das sich wohl auch SATANINCHEN gewünscht hätten, aber nun MAJESTY OF SIELENCE (vermutlich) ungewollt geschafft haben.

MAJESTY OF SILENCE agieren teils unfreiwillig komisch

Nicht der einzig unfreiwillig komische Ausflug der Schweizer, die seit ihrem 2006er Album „Lichtstille“ immerhin zwölf Jahre verstreichen ließen. Gute 78 Minuten umfasst das Werk, das wie eine zusammenhänge Geschichte erzählt werden soll – die allerdings, so viel vorweg, wenig atemberaubend ist. Interessiert vom Stilmix aus Black, Doom und Gothic war die Neugierde tatsächlich gegeben … das Ergebnis hält aber nur einen langatmigen Mix aus EISREGENen Horror-Andeutungen, SAMSAS TRAUM-Theatralik und dem Versuch etwas DIMMU BORGIR-Bombast unterzubringen bereit.

Das ist insofern schade, so fair wollen wir sein, als dass MAJESTY OF SILENCE anerkennenswert bemüht sind, Abwechslung und Spannung aufzubauen. Das Beste bleiben allerdings die Keyboards, die wenigstens etwas Atmosphäre einbringen – ohne wirkliche Glanzpunkte zu setzen. Das „Keifen“ in halbwegs verständlich gepressten Vocals bringt leider weder Garstigkeit noch Bedrohung zum Ausdruck. Die Saitenfraktion übt sich in hintergründiger Dezenz und zieht nur selten Aufmerksamkeit auf sich, rödelt aber ohnehin eher standardisierte Black-Metal-Riffs runter. Omnipräsent im Vordergrund sind die Drums, die verdächtig nach Computer klingen. Als wäre das Programm auf Speed, ballern die Blastbeats dann gerne in übersteuertem Tempo und duellieren sich mit dem halbverzerrten Stimmen.

„Zu dunkel für das Licht“ – zu oft klischeehaft und kitschig

Nein, das ist nicht unbedingt attraktiv. Besser wird es auf „Zu Dunkel Für Das Licht“ in den deutlich symphonischeren Momenten, wo sich Melodie und Keyboard aufmachen, das Zepter zu übernehmen („Endstille“). Aber auch das ist bestenfalls „nett“. So bleibt die Frage, ob MAJESTY OF SILENCE-Rückkehr wirklich von Nöten war. Wie gesagt, der Versuch ist löblich, abwechslungsreiche Ideen lassen sich auf dem vierten Album auch finden – aber während die Produktion freundlich gesehen „merkwürdig“ ist, wirkt auch die Umsetzung zu oft klischeehaft und kitschig – Glanzpunkte sucht man obendrein vergeblich.

25.06.2018

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