Martelo Negro - Equinócio Espectral

Review

Nennt man sich “der schwarze Hammer“, dann brauche ich als Hörer nicht sonderlich viel Phantasie, um mir hinsichtlich des gegebenen Stils eine dreckige Schmutzmischung aus Black-, Thrash- und Death Metal vorzustellen. Altertümliche Sitten, Riffs aus der Leichentruhe und einen modrig stinkenden Charme. Doch MARTELO NEGRO aus Portugal, die zuvor drei Jahre lang den englischen Namen BLACK HAMMER verwendeten, lassen dies weitgehend vermissen. “Equinócio Espectral“ ist das zweite Album unter dem umbenannten Banner und auch insgesamt erst der zweite Langspieler der vierköpfigen Truppe aus Lissabon. Dafür klingt das Gebotene hingegen schon äußerst routiniert, womöglich gar ein wenig zu fest gebrannt, denn so wirklich Leib und Seele schaffen die Südeuropäer nicht zu transportieren.

Zumindest üble Thrash-Kellen aus dem Schrottkeller braucht man an dieser Stelle nicht zu erwarten. Das erübrigt sich allerdings vermutlich bereits, sobald man einen Blick auf die weiteren Projekte der Musiker wirft – Konkurrenz zu Rogga Johansson ist da in jedem Fall festzustellen. Nichtsdestoweniger ist “Equinócio Espectral“  von der grundsätzlichen Aufmachung betrachtet sicherlich gar nicht so schwach. Hier reihen sich recht leichtfüßige Thrash-Riffs an eher halbgare Black- und Death-Stilmittel, sodass die ganze Scheibe ganz nett daher kommt, sich aber das erwartete “mehr“ einfach nicht abspielt. So bleibt das Album viel zu brav, beißt in etwa so zu wie das Miezekätzchen, das seinem Herrchen beim Füttern aus der Hand nicht weh tun will.

Mit Songs wie “Sworn To The Heptagram“ halten dann auch einige Passagen mit etwas Wiedererkennungswert Einzug in die Musik von MARTELO NEGRO, doch auch das klingt, trotz handwerklich absoluter Solidität, zu oft gehört, zu sicher, zu zögerlich. Somit bleibt unterm Strich ein sehr gutes Album für die Dusche oder den Fahrstuhl, für viel mehr muss der Zielsucher noch mal neu justieren.

08.07.2014

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