Mc Stine & Minnemann - McStine & Minnemann

Review

Effektbeladen und experimentell liefern MCSTINE & MINNEMANN ihr gleichnamiges Debüt ab. Marco Minnemann bringt als Gitarrist der Gruppe THE ARISTOCRATS schon einiges an Erfahrung mit. Randy McStine hingegen hat als Soloartist meist unter den Namen LO-FI RESISTANCE gearbeitet. Dabei entstanden Kooperationen mit Mitgliedern aus bekannten Bands wie KING CRIMSON oder TEARS FOR FEARS. Das beide Künstler ihr Handwerk verstehen macht sich daher schnell bemerkbar.

MCSTINE & MINNEMANN – zwischen Mainstream und Originalität

Der Introsong startet durch scheppernde Drums und Keyboardflimmern sehr verspielt. Dazu schmiegt sich ein wirres Riff. Der Klang einer Akustikgitarre fügt läutet einen Break ein. Das Ende mündet in einem effekt- und trommeldominierten Finale.

Beinahe alle Tracks sind in ihrer Spielweise euphorisch, düster und teils sogar beklemmend. “Falling From Grace“ wechselt von Bohrgeräuschen in klassische Rockeinlagen. Das Songfinale springt dann über zu einem flötenähnlichen Keyboardspiel.

Immer wieder brechen die Songs bei dem Versuch zusammen, Mainstream und Abstraktes zu verbinden. MCSTINE & MINNEMANN schaffen trotzdem eine Brücke zwischen diesen Polen. Experimentelle Passagen wirken dadurch gleich weniger anstrengend.

Radiotauglich wird es mit “Your Offenses“. Wobei jener Song durch seinen Mangel an Spektakularität heraussticht. Eine ideenreiche Soundlandschaft fehlt hier komplett.

Der Ritt auf dem Klangkarussell

“Catrina“ zeigt sich von THE PINEAPPLE THIEF und PORCUPINE TREE inspiriert. Während “Voyager“ und “Top Of The Bucket“ eher Zirkusnuancen á la MR. BUNGLE enthalten. Trotz fehlender Überlänge gestaltet die Band diese Tracks progressiv.

Instrumentalstücke hätten aber nicht geschadet. Die große Inspirationsvielfalt schreit geradezu danach.

Wer bist du, dass du deinen Finger hebst?

MCSTINE & MINNEMANN schreiben in den Lyrics über persönliche Ansichten. Es geht darum. wie das eigene Weltbild Entscheidungen beeinflusst und Steine in den Weg legen.

“Top Of The Bucket“ beschreibt den Zwang, sein Prestige in den Fängen der Gesellschaft zu erhöhen. Darunter leidet dann oft der Nachwuchs. Dieser dient als Kompensator für alle unerreichten Ziele der Eltern. Das führt zu einem Kreislauf, welcher wahre Ambitionen begräbt.

Die Lyrik entpuppt sich als eher negativ und ohne Happy End. MCSTINE & MINNEMANN wollen, dass Hörende ihre Taten überdenken. Sie rufen dazu auf, einen Standpunkt immer von mehreren Seiten aus zu betrachten.

“Voyager“ verpackt dies in ein Trennungsszenario. Der Text impliziert, dass die Schuldfrage klar zuzuordnen ist. Doch die besessenen Forderungen des Erzählers beweisen sein mitwirken. Am Ende bleibt kein Verständnis. Nur Missgunst und Schuldzuweisungen.

Doch leider verfangen sich die Texte in Zweckreime. “Fly“ schiebt teils Zeilen ein, welche keine Aussage haben. Der Refrain endet genauso unpassend.

Doch es bleibt die Originalität

Lyrisch ernten wir keine neuen Erkenntnisse. Vielmehr sollen die Texte Normen zurück ins Gedächtnis rufen. Dabei entzückt ein experimenteller Sound mit vielen musikalischen Einflüssen. MCSTINE & MINNEMANN gelingt ein ebenso progressives wie originelles Album, das vor allem von der Erfahrung der beiden Musiker profitiert.

Text: Erik Tillmanns

19.07.2020

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