Middian - Age Eternal

Review

Manchmal stehen Bands an einem kritischen Punkt ihrer Laufbahn, an dem entweder eine komplette Generalüberholung, ein Neustart notwendig ist, oder es ratsamer erscheint, das Handtuch zu werfen und völlig neue Wege zu gehen. So geschehen mit den hochgelobten YOB, die Bandgründer Mike Scheidt nach dem Ausscheiden von Isamu und Travis 2005 schlußendlich zu Grabe trug. Manchmal funktioniert eine Band eben nicht über das Material, welches von jedem x-beliebigen Sessionmitglied gespielt werden könnte, sondern nur über die Chemie, die zwischen den Musikern herrscht. Und da ist es eben wie in einer Beziehung: wenn diese Chemie nicht mehr stimmt, ist es aus, vorbei.

Nun ist zwar die Akte YOB geschlossen, nicht jedoch das musikalische Schaffen von Mike. Zusammen mit seinen Mitstreitern Will Lindsay und Scott Headrick hob er das Projekt „Age“ aus der Taufe, firmierte kurzzeitig als „Hadean Dusk“ und stellt nun unter dem Banner MIDDIAN sein Debüt „Age Eternal“ vor.
Das Album fußt auf dem Erbe YOBs, steht in der Tradition des erhabenen Doom Metals, welcher im direkten Vergleich aber bei MIDDIAN deutlich düsterer ausfällt. Die Songs vermeiden sphärische Höhenflüge, und sind deutlich direkter, als man es bisher von Scheidt gewohnt war. Zwar immer noch im Slow-Doom verankert, gestalten sich die fünf Epen wütend, aggressiv und pendeln sich alle mehr oder weniger im Midtempo-Bereich an. Sie sind direkter, weil sie etwas beweglicher dadurch erscheinen, büßen dennoch nichts von ihrer Kraft ein, was vor allem in den Klangwalzen wie „Age Eternal“ oder dem Schlußtitel „Sink to the Center“ spürbar wird. Komplexe, vielschichtige Arrangements, die nach und nach ihre Energie entfalten; mehrere übereinander gelegte Gitarrenspuren, und dazu ein fast erdrückender Bass. Man hört Einflüsse von YOB, von Doom, Punk und Stoner Rock, ohne das man das Album in eine bestimmte Ecke rücken könnte – eines ist hingegen sicher: „Age Eternal“ ist ein ganz schön schwerer Brocken Metall geworden, der nicht nur mit Kraft protzt sondern auch Frische versprüht. Das liegt auch daran, dass es sich bei Mike’s Kollegen um Freunde handelt, die in diesem Musikbereich vorher noch nicht tätig waren, und damit für jede Menge neuer Impulse beim Songwriting sorgen.

Fans der YOB Alben werden an dieser Platte sicher Gefallen finden, aber auch alle anderen, deren Herz für Doom und Stoner Rock offensteht, sollten unbedingt mal in „Age Eternal“ reinhören.

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18.04.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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