Milking The Goatmachine - Greatest Hits - Covered In Milk

Review

Galerie mit 42 Bildern: Milking The Goatmachine - Hexentanz Festival 2012

Dass die Herrschaften von MILKING THE GOAT MACHINE eine Vorliebe für Cover-Songs haben, ist schon länger bekannt. So verwursteten die Ziegen-Metaller in der Vergangenheit unter anderem bereits Songs von MOTÖRHEAD und SACRED REICH – oder aber nahmen andere bekannte Musikwerke mit Songtiteln wie “Milk Me Up Before I Go Go” auf die Schippe. Folglich ist die Veröffentlichung des jüngsten, ausschließlich mit Covern bestückten Langeisens alles andere als eine Überraschung (das gilt auch übrigens auch für das schlüpfrige Artwork).

Aufhorchen lässt allerdings die Songauswahl auf “Greatest Hits – Covered In Milk” – denn diese konnte man in dieser Form wohl nicht unbedingt erwarten: In der Tracklist findet sich keine einzige Metal-Kapelle, die “härtesten” Originale kommen von BILLY IDOL (“Rebel Yell”), GREEN DAY (“When I Come Around”), TURBONEGRO (Don’t Say Motherfucker, Motherfucker”) und ZZ TOP (“Gimme All You Lovin”). Ansonsten drehen die Ziegen-Metaller unter anderem den 70er-Dance-Klassiker “Ma Baker” (BONEY M.), den NDW-Hit “Major Tom” (PETER SCHILLING) und mit “Wake Me Up” (ALOE BLACC) sogar einen aktuellen Soul-Titel durch den Grindcore-Wolf.

Das Ergebnis ist vor allem eines: Geschmackssache. Wobei man mit Bemühung um Objektivität – und nach eingehendem Vergleich mit dem jeweiligen Original – definitiv von vielen gelungenen, aber auch von einzelnen weniger überzeugenden Cover-Versionen sprechen kann. Zu meinen persönlichen Highlights zählen das zur absoluten Abrissbirne mutierte “Temple Of Love” (SISTERS OF MERCY), das fies groovende “Big In Japan” (ALPHAVILLE) sowie die bereits angesprochenen “Major Tom” und “Don’t Say Motherfucker, Motherfucker”. Als wirklich schwach erachte ich hingegen die Interpretationen von “Bad Case Of Loving You” (ROBERT PALMER) sowie “Rebell Yell”. Ersterer Song ist kein stimmiges Ganzes und wirkt phasenweise unrund, was die Instrumentierung anbelangt. Zweiterer ist einen Tacken zu schnell und lässt das Hymnenhafte des Originals völlig vermissen. Hier haben MILKING THE GOATMACHINE für meinen Geschmack daneben gegriffen.

Letztlich muss man “Greatest Hits – Covered In Milk” als das sehen, was es ist: Ein Spaß-Album. Entsprechend sind die Szenarien, in welchen die Scheibe zum Einsatz kommen wird, relativ eindeutig zu benennen: Umbaupausen auf Festials/Konzerten, feucht-fröhliche WG-Abende mit dem langhaarigen und kuttentragenden Freundeskreis, ausgedehnte Autofahrten. Und Fans der Truppe stellen sich das Teil natürlich auch zwischen “Stallzeit” und die anderen Lämmchen der Diskografie.

Gut gemachter Metal-Klamauk oder peinliches Gekloppe? Das muss am Ende jeder mit sich selbst ausmachen. Am besten damit, höhö:

07.04.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

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