Milking The Goatmachine - From Slum to Slam - The Udder Story

Review

Galerie mit 16 Bildern: Milking The Goatmachine - 15 Years New Evil Music Festival

Die Goats sind wieder da. Mit ihrem mittlerweile siebten Studioalbum gehen die Brüder Goatfreed und Goatleeb nun getrennte Wege – jedoch tun sie dies gemeinsam.

MILKING THE GOATMACHINE: Hier geht es zu wie im Ziegenstall

Wenn ich mich daran zurückerinnere, als ich MILKING THE GOATMACHINE das erste mal live gesehen habe und mich erstmal gefragt habe, was das Ganze soll, muss ich unweigerlich schmunzeln. Irgendwie fand ich das, was die Ziegenköpfe da auf der Bühne abziehen, sehr stark, andererseits war mir das damals schon zu albern. Und störend ist es zudem auch immer, wenn der Drummer singen muss. Nicht unüblich im Genre, wie zum Beispiel MENSCHENFRESSER zeigen, aber zuweilen vor allem optisch nicht von Vorteil. Nicht Wenige fragen sich, wann Goatleeb von der Schießbude ans Mikro wechselt.

„From Slum to Slam – The Udder Story“ ist ein konsequentes Death-/Grind-Album

„Wie East Coast gegen West Coast, aber nur konzeptionell, nicht musikalisch“, beschreiben die GOATS ihr siebtes Studioalbum. Und so kommt es auch, dass einige der insgesamt 17 Songs stark nach Grindcore schmecken, wahrend andere eher einer Old School Death Metal-Schlachtplatte mit nordamerikanischem Vorbild gleichen. „Prost Mortem“ oder auch „Bullet Hoof“ sind perfekte Beispiele für Letzteres, wohingegen bei „Udder Pressure“ und „Now We Are Old School“ gegrindet wird bis der Stall wackelt. Sehr lustig auch, weil im Ziegenkontext doppelbödig: Das ÄRZTE-Cover „Blumen“.

Brust oder Keule?

Wer nicht weiß, was er lieber mag, also Brust oder Keule, dem ist das neueste Album von MILKING THE GOATMCHINE ans Herz zu legen, da beides geboten wird. Wer dagegen Ziegen insgesamt nicht mag, der sollte fernbleiben. Denn MILKING THE GOATMACHINE fehlt es an einer wichtigen Zutat, damit die Ziege richtig zubereitet werden kann: Nimmt man ihnen die Masken ab, bleibt eine passable Grindcore bzw. Death-Metal-Band übrig, die all den Quatsch mit dem Ziegen-Image eigentlich gar nicht braucht.

Ohne das Brimborium wären MILKING THE GOATMACHINE sicher nicht so erfolgreich wie sie es sind, jedoch wenn Goatleeb von den Drums ans Mikro wechseln würde, wären die deutschen Deathgrinder auch ohne Masken optisch nicht unterlegen. Klar, die Fans der Band mögen genau diesen übertriebenen, augenzwinkernden Quatsch. Songs wie „1234 Leckstein“ sprechen für sich. Was rein musikalisch bleibt, ist die Musik von MILKING THE GOATMACHINE und die ist gut. Nicht mehr, nicht weniger. Und so verhält es sich auch auf „From Slum to Slam – The Udder Story“.

Review von Paul/Krishna

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15.12.2019

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