Moontowers - Crimson Harvest

Review

MOONTOWERS sind die geballte Ansammlung rheinland-pfälzischer Lokalprominenz. Kuschke von den Altmeistern DESASTER übernimmt die Gitarre, Fabio von den auch nicht mehr ganz so frischen SECUTOR den Bass. Am Schlagzeug findet sich der kürzlich bei METAL INQUISITOR ausgestiegene Kratz ein, am Mikro der Blues-Sänger Dirk Donnermuth.

Doch genug des Namedroppings. Was fabriziert diese Supergroup aus der dritten Reihe auf ihrem Debüt „Crimson Harvest“ eigentlich für Musik? Knapp gesagt ist es traditioneller Heavy Metal mit einem ordentlichen Schuss Doom, doch die Kundigen wissen natürlich, dass dies heute wie damals eine sehr schwammiger Einordnung ist.

MOONTOWERS bleiben trotz namhafter Vorbilder eigenständig.

Präziser ist es, von einer Mischung aus CANDLEMASS und MANILLA ROAD zu sprechen, wobei zu erkennen ist, dass der Doom sich zwischen der EP „The Arrival“ und diesem Album festgesetzt hat, der ästhetische Stempel des US-Metal aber deutlicher zu erkennen ist. MOONTOWERS greifen die Stile beider Bands auf, musizieren erkennbar unter ihrem Einfluss, schaffen es aber trotzdem, nicht nach einem der beiden Vorbilder zu klingen, sondern eigenständig und ungebunden.

Dabei besticht „Crimson Harvest“ gar nicht mal durch innovative oder verspielte Musik. Ganz im Gegenteil ist die Spielweise überaus konventionell und reduziert. Würde man es böse meinen, könnte man sagen, dass MOONTOWERS sparsamen Dienst nach Vorschrift leisten, doch da das Ergebnis zählt, lässt sich feststellen, dass die Band sich äußerst effizient auf Wesentliche konzentriert und dabei eine Qualität erreicht, für die andere Kombos sich verausgaben müssen.

Dementsprechend durchwabert „Crimson Harvest“ eine entspannte, fast schon bluesige Grundatmosphäre, was sich vor allem in den lässigen Leads und Soli ausdrückt, die Kuschke raushaut. Auch die Rhythmus-Fraktion wagt keine Experimente, trägt aber mit vereinzelten Ausbrüchen zu den Kleinigkeiten bei, mit denen MOONTOWERS unterm Strich überzeugen.

Eine zurückhaltende Epik, die umso heller strahlt.

Insbesondere epische Nummern wie „Lake of the Dead“ oder „Moontowers rise again“ gewinnen durch diese markanten Momente an Qualität und Wiederspielwert. Insgesamt kann „Crimson Harvest“ vor allem durch die Summe solcher Details überzeugen. Der basische Sound, der ohne ausfächernde Effekte oder sich überladende Hintergründe auskommt, trägt dazu bei, dass sie auch gut zur Geltung kommen.

Das einzige Manko von „Crimson Harvest“ ist, dass nicht jeder Song die gleiche Wirkung entfaltet. Zwischen den Leuchtfeuern finden sich einige wenige blasse Lichter, die aber nicht davon ablenken, dass MOONTOWERS ein sehr gutes, wenn auch ungeschliffenes Album gelungen ist, dass insbesondere Genrefans erfreuen dürfte.

 

23.09.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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