Morgul Blade - Fell Sorcery Abounds

Review

Vor gut 40 Jahren begab es sich im US-Bundesstaat New York, dass sich eine Band formierte, um traditionellen Heavy Metal zu zelebrieren. Die „Männer des Krieges“ kreierten später den Begriff „True Metal“ und inspirierten unzählige Bands, über heroische Schlachten, Schwertkämpfe, brachiale Männlichkeit und Begriffe wie Ehre und Loyalität zu fabulieren. Zu diesen Bands zählt offenbar auch die aus Philadelphia/USA stammende, vierköpfige Kapelle MORGUL BLADE, die sich nach einer magischen Waffe aus der Fantasiewelt des britischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien benannt hat.

„Die Band erforscht die dunklere, unheimlichere Seite des Heavy Metal mit schroffem Gesang, der sich mit heroischem Klargesang abwechselt, und erzählt Geschichten von Magie und Macht, einsamen Schlachtfeldern, heroischen Taten und Wesen von unbegrenzter Macht.“ Dieser Mitteilung des Labels ist schon zu entnehmen, wohin die Reise geht.

Debütalbum mit Pomp und Pathos

Die neun Songs umfassende, 38–minütige Debütscheibe mit dem etwas sperrig wirkenden Titel „Fell Sorcery Abounds“ wurde nun fertig geschmiedet. Parallelen zu Bands wie MANOWAR oder BATHORY sind in der Tat nicht zu leugnen, wobei eine treffende stilistische Einordnung gar nicht so einfach ist: Dem klassischen Heavy Metal zuordbare Elemente (Rhythmik, Harmonik der Gitarren) bilden meiner bescheidenen Meinung nach so etwas wie den roten Faden. Auch Einflüsse des Folk–, Death– und Black Metals (gutturaler Gesang) vermag ich rauszuhören. Wie gut, dass ich kein Fan des „Schubladendenkens“ bin … Hinzu kommt eine ordentliche Portion Heldenepos mit historischen und folkloristischen Bezügen. Jedenfalls klingt das Ganze erstaunlich melodisch, auch wenn es für meinen Geschmack doch recht düster ausfällt. Ob die teilweise an IMMORTAL erinnernden Vocals jedermanns Sache sind, steht auf einem anderen Papier, wobei mir die hier und da eingestreuten klaren Vocals deutlich besser gefallen. Aber das muss natürlich jeder Hörer für sich selbst austesten.

Keine Experimente, eher Schema F mit innovativen Zuckungen

Nein, „experimentell“ ist das nicht wirklich. Eine gewisse Kreativität kann man der Band dennoch nicht absprechen, was sich schon bei dem düsteren Opener „The Morgul Blade“ abzeichnet, dem das Orgel–Intro „He Who Sits Upon the Black Throne of Angmar“ vorangestellt wird. Auch die Synthesizer–Sequenzen (z. B. „Blood Has Been Spilled This Night“) sorgen für einige innovative Momente, die aber leider auch ein wenig wie Füllmaterial wirken.

Nostalgisch–kreativ und sich selbst auf die Schippe nehmend finde ich zudem das an ein antiquiertes Computerspiel erinnernde Musikvideo zu der vorab veröffentlichte Single „A Last Waltz of Gevaudan“ (siehe unten). Musikalisch stellt diese Steilvorlage zum Headbangen mein persönliches Highlight dar. Auch der stimmungsvolle Klargesang, den es in der zweiten Songhälfte zu bestaunen gibt, macht Spaß. „In the Grip of the Dark Lord“ gefällt mir ebenfalls, was aber vielleicht daran liegt, dass diese Nummer auch von MANOWAR hätte stammen können. Wieder gibt es heroisch anmutenden Klargesang und coole Riffs, die hängen bleiben. Da mag man als Hörer unweigerlich die geballte Faust im Rhythmus des Songs in die Höhe recken, so ging’s mir zumindest. Einer der stärksten Songs des Silberlings.

„Sons of the Night“ bietet dann wieder den rauen, düsteren Gesang. Überaus interessant klingen hier aber die doppelläufigen Gitarren, die sich zwar anhören, als hätte man das schon tausende Male woanders gehört, aber schlecht gemacht ist das trotzdem nicht. „Oak in the Mist“ klingt mit den traditionellen akustischen Instrumenten sehr folkig; mit einer Länge von zweieinhalb Minuten nur leider etwas kurz. Schade, hätte man mehr draus machen können. Reinhören sollte man auch in „The Five Will Ride At Dawn“, das mich auch musikalisch irgendwie an METALLICAs „The Four Horsemen“ erinnert. Der Titelsong mimt den Rausschmeißer, inklusive einer Art futuristisch angehauchtem „Hidden Track“. Kann man machen, haut mich aber nicht unbedingt vom Hocker.

Für Fans von MANOWAR und Fantasy

Pluspunkte gibt´s jedenfalls für den druckvollen Sound, die brodelnden Gitarren – inklusive einiger ohrwurmverdächtiger Riffs und Gitarrenläufe – sowie den vergleichsweise gut in Szene gesetzten Bass. Unter dem Strich hat es sicher schon schwächere Debüts gegeben, und wer auf Heldenpathos à la MANOWAR und/oder düstere Fantasy–Atmosphäre abfährt, der macht hier wahrscheinlich nichts falsch.

Text: Christian Flack

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18.11.2021

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