Nestor - Live At Gothenburg Film Studios

Review

Galerie mit 22 Bildern: Nestor - BOBfest 2026

Bei NESTOR läuft manches anders wie gewohnt. Da wäre schon einmal die Geschichte: 1989 gegründet, um 1995 ohne Album-Veröffentlichung über den Jordan zu gehen.

NESTOR gingen über den Jordan

2021 dann das Comeback der Schweden mit dem fantastischen Debütalbum „Kids In A Ghost Town“ inklusive einer Nominierung bei den schwedischen Grammis-Awards. Und 2024 dann der Durchbruch mit dem zweiten Album „Teenage Rebel“, das unter anderem für NESTOR Platz 12 in den deutschen Charts einbrachte. Eigentlich wäre jetzt der passende Moment, als international gefragte AOR-Band das nächste Album nachzulegen. Aber, bei NESTOR läuft manches anders wie gewohnt.

Statt neuem Album gibt es eine Quasi-Best-of des bisherigen, nun ja, übersichtlichen Schaffens, in Form der Live-Veröffentlichung „Live At Gothenburg Film Studios“. Das ist zumindest stilvoller als eine klassische Best-of. Und NESTOR haben sich dafür nicht lumpen lassen.

NESTOR lassen sich nicht lumpen

Die Aufnahmen fanden Anfang März 2025 in, Nomen est omen, in den Filmstudios Göteborg statt. Da der Mitschnitt inklusive Filmaufnahmen geplant war, fuhren NESTOR als Headliner das große Besteck auf. Laser, Feuer, Pyrotechnik und coole Grafiken umrahmen optisch den Auftritt.

Die Songauswahl aus beiden Studioalben ist gelungen, was nicht allzu schwer war. Bei „Kids In A Ghost Town“ wie „Teenage Rebel“ reihen sich Hits an Hits, wie sollte es hier anders sein? Stadiontaugliche Hymnen, packende Rocker und gefühlvolle Balladen gehen Hand in Hand.

Hits an Hits

NESTOR präsentieren sich in bestechender Form und spielen nahezu makellos. Nach dem kurzen Intro folgt gleich der erste Knaller, ein mustergültiger Einstieg mit dem leidenschaftlich vorgetragenen, rebellischen „We Come Alive“ sorgt für ordentlich Adrenalin, auch aus der Konserve. Man hat das Gefühl, dass der mitreißende Song genau für diese Augenblicke geschrieben wurde und fühlt sich als NESTOR-Fan sofort gefesselt.

Der Sound ist druckvoll und transparent, die Stücke sind live eine Spur heavier. Tobias Gustavsson Gesang ist fantastisch, er singt kraftvoll, präzise und mit viel Gefühl. Auch die hohen Passagen meistert er souverän. Jonny Wemmenstedt liefert schillernde Riffs und glühende Soli, die auch den gebührenden Raum erhalten haben. Martin Frejingers geschmackvolle Keyboard-Loops unterstreichen das authentische Achtziger-Feeling, während Marcus Åblad und Mattias Carlsson songdienlich für Rhythmus und Druck sorgen. „Live At Gothenburg Film Studios“ ist ein Dokument, wie gut NESTOR aufeinander eingespielt sind. Und unterstreicht gleichzeitig, wie sympathisch und eindringlich die Schweden daherkommen.

Es folgen mit dem autobiografischen „Kids In A Ghost Town“, „Stone Cold Eyes“ und „Perfect 10“ weitere eingängige Fan-Favoriten mit großen Melodien. Im gedrosselten, CHICAGO-artigen „The One That Got Away“ mit einfühlsamen Gesang kommt das mitsingende Publikum etwas stärker heraus, was sonst leider etwas untergeht. Weitere Highlights sind der einprägsame Radiohit im SURVIVOR-Gewand „Unchain My Heart“, die groovig-eingängige Stadion-Hymne „Victorious“, die eigentlich auf einen „Rocky“-Soundtrack gehört, oder auch die cheesy Mitsing-Nummer „Caroline“, die ähnlich auch von JOURNEY stammen könnte. Alles Live mit etwas mehr Drive, aber grundsätzlich wie gewohnt.

Dafür haben NESTOR den treibenden Achtziger-Ohrwurm „On The Run“ mit seinem unverschämt großen Refrain neu interpretiert. Mit schwedischem Intro und deutlicherer Rock-Attitüde ist diese neue Version einer der Kaufgründe für NESTOR-Fans.

Das Finale bilden das leidenschaftlich wilde „Teenage Rebel“, das nostalgische „1989“ und das fesselnde, dramatische „It Ain’t Me“.

Die dynamische Setlist ist umfangreich und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Wermutstropfen: Die Publikumsreaktionen sind auf „Live At Gothenburg Film Studios“ leider nicht immer voll wahrnehmbar, was etwas zu Lasten der Live-Atmosphäre geht. Da wäre mehr drin gewesen. Die enthaltenen Ansagen von Gustavsson auf Schwedisch für die heimischen Fans unterstreichen dafür die Authentizität.

Zusätzlich gibt es noch einen Teil der Show als Blu-ray.

Fazit

Das hervorragend klingende „Live At Gothenburg Film Studios“ präsentiert NESTOR als top eingespielte, authentische Band mit großartigen Songs, dem es zwischendurch ein wenig an echtem Live-Feeling fehlt.

05.08.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38633 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Nestor auf Tour

07.07. - 10.07.26metal.de präsentiertRockharz 2027 (Festival)Bruce Dickinson, Arch Enemy, Korpiklaani, The Sisters Of Mercy, Katerfahrt, Alestorm, dArtagnan, Gutalax, Equilibrium, Tankard, Eisbrecher, Grave Digger, Accept, Gwar, Emil Bulls, Metal Church, H-BlockX, Dust Bolt, Skáld, Lord Of The Lost, Turbobier, Igel vs. Shark, All For Metal, SetYøurSails, Nestor, Storm Seeker, Coppelius und MardukFlugplatz Ballenstedt, Ballenstedt

1 Kommentar zu Nestor - Live At Gothenburg Film Studios

  1. doktor von pain sagt:

    Es läuft „anders wie gewohnt“, was? Datt is‘ echter Ruhrpott-Slang.