Next Life - Artificial Divinity

Review

Wie schafft man es, so anstrengend zu sein, dass einem die Lust auf einen zweiten Durchgang nach den ersten zwei Minuten vergeht? Ist diese Frage noch recht einfach zu beantworten, verhält es sich ungleich schwerer zu begründen, warum ein Album wie „Artificial Divinity“ trotz allem irgendwie faszinierend ist.

Nicht, dass ich das neueste Album von NEXT LIFE nun tatsächlich rauf und runter hören würde bzw. ihm gar mehr Zeit als nötig widmen würde. Aber trotzdem ist dem Duo ein ziemlich interessantes Stück Musik gelungen. Es ist nicht unbedingt Metal, aber es ist auch keine rein elektronische Musik. Vielmehr ein Zwischending, ein merkwürdiger Bastard, der bei allzu oberflächlicher Betrachtung vermutlich fehlerhaft dem Nintendocore zugeschrieben werden würde. Denn freilich ist „Artificial Divinity“ durchsetzt mit nervigem Pieptönen, wie sie meine Playstation beim Neustart von sich gibt. Es gibt aber einiges mehr, was sich in den kurzen, meist maximal zwei Minuten langen Stücken abspielt. Da regieren abgehackte, teils simple (und langweilige), teils unglaublich dynamische und stimmungsvolle Riffs, da wird ein bisschen Schlagzeug eingestreut, und wären da nicht diese merkwürdigen Pieptöne, könnte man glatt in der unergründlichen Tiefe des Albums versinken. Dabei sticht „Infinite Time“ geradezu heraus, da es mit seinem unnachgiebig dramatischen Gitarrenspiel der Schnelllebigkeit des Albums entgegensteht.

Viel mehr solcher Songs finden sich dann allerdings nicht. NEXT LIFE ist ein unglaublich hektisches Projekt, das mit vielen guten Ansätzen aufwartet, doch im letzten Detail durch zu abrupte Wechsel viel zu anstrengend wirkt. Das kann man natürlich als experimentell oder extrem ansehen, und es wird auch den ein oder anderen begeistern, aber insgesamt gesehen ist „Artificial Divinity“ eine zappelige Aneinanderreihung von Songfetzen . Ach so, auf Vocals wird komplett verzichtet, das fällt aber nicht auf.

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17.06.2011

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