Nightmare - Aeternam

Review

Soundcheck Oktober 2020# 18

Es wird immernoch gern bei jeder Gelegenheit erzählt, dass es NIGHTMARE schon seit 1979 gibt und sie 1983 DEF LEPPARD supportet haben. Dafür achtet man sie auch, ohne Frage. Dennoch ist dieser Verweis auf die Bandgeschichte irreführend. Schließlich ist aus den Achtzigern nur noch Bassist Yves Campion dabei und vor mindestens zehn Jahren haben sie ihren Sound so radikal verändert, dass man der Band ihre Geschichte nicht mehr anhören kann. Jetzt sind sie Vertreter eines beliebigen Power Metal. Im Vergleich zum letzten Album „Dead Sun“ sind übrigens Drummer Niels Quiais und Sängerin Madie (FAITH IN AGONY) neu in der Band.

Stoff für Albträume

Um gleich einmal mit etwas positiven zu beginnen: Die neue Sängerin Madie ist überaus versiert, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Daraus ergeben sich fantastische Gesangsmelodien, die eigentlich mehr zu Epic-Metal-Songs passen würden. Gerade die epischen Momente, wie ‚Temple Of Acheron‘ gefallen ziemlich gut. Allerdings kommen die ziemlich kurz. Die passendere Stilbeschreibung ist eigentlich Power Metal mit Hang zum Bombast, gern auch mit Synthie-Teppichen.

Die Songs zeichnen sich vor allem durch fette Riffs, inflationäre Double-Bass und pseudohymnische Refrains aus. ‚Downfall Of A Tyrant‘ ist ein Paradebeispiel, wie die Songs so aufgeplustert werden: Fette Riffs, einige hohe Tonsprünge und Synthie-Teppiche sollen den Refrain zu einer Klimax umfunktionieren, die keine ist. Im Refrain von ‚The Passenger‘ wird dieser Bombast fast zur Lächerlichkeit geführt. Sie verlassen sich zu stark auf den Einsatz von fetten Riffs, doch dadurch klingen die Songs zu ähnlich. Bei der Mitte von „Aeternam“ stellt sich ein Ermüdungseffekt ein.

„Aeternam“ zeigt Potenzial für größeres

Es bestärkt nur das Bild des bösen Musikkritikers, wenn ich der Band unverhohlen zum Opportunismus rate, aber auf einem Epic-Metal-Album könnten die Franzosen ihre Stärken viel stärker herausspielen. Einige Passagen in ‚The Passenger‘ zeigen, wie gut ihnen die Langsamkeit steht. Und das Zwischenspiel in ‚Downfall Of A Tyrant‘ ist auch grandios. Nicht zu vergessen das bereits genannte ‚Temple Of Acheron‘. Das Quintett sollte nochmal einen starken Schwenk machen und langsamer werden. Das könnte sie von ihrer Beliebigkeit befreien. Soll mir aber egal sein. Ich gehe in meinen dunklen, fensterlosen Keller und höre erstmal GATEKEEPER.

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26.09.2020

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