Obsidian - Point Of Infinity

Review

Hinter der niederländischen Band OBSIDIAN verbirgt sich eigentlich ein weiteres Projekt von Robbe Kok, der mit seinen beiden anderen Kapellen, ARSEBREED und DISAVOWED, einerseits bisher mehr Aufsehen erregen konnte, andererseits auch deutlich brutalere Pfade beschreitet. Ganz vom Death Metal lässt er sich zwar sicherlich nicht abbringen, aber dennoch verarbeitet er mit diesem Zusammenschluss merklich progressivere Einflüsse zu einem Gesamtwerk, das auch mit vielen recht ruhigen und gleichzeitig träumerisch verspielten Passagen aufwartet. Wirkte das Debüt “Emerging“ noch sehr auf den technischen Aspekt reduziert, versucht “Point Of Infinity“ an vielen Stellen nun auch Atmosphäre aufzubauen und klingt in seinen besten Momenten wie der kleine Bruder von DECREPIT BIRTH.

Bereits der im Übrigen auf Last.fm kostenlos herunterladbare Opener “Illuminate“ beweist die Vielschichtigkeit, mit der OBSIDIAN zu Werke gehen. Der Song beginnt mit technisch äußerst versiertem Geballer, das sich, getragen von vielen Tempowechseln, zu einem ziemlich anspruchsvollen, teils sperrigen Prog-Death-Stück entwickelt. Eine Zwischenpassage erinnert mit wütenden Stampfparts sogar ein wenig an Deathcore und zum Schluss des Stückes gesellen sich sogar noch cleane Vocals dazu, die meinem Wissen nach allerdings nicht von Robbe persönlich stammen. Es gibt also viel zu entdecken auf “Point Of Infinity“ – aber nur wenn man die Ohren gleich dreifach aufsperrt, ansonsten kann die ganze Prozedur auch ganz schnell an einem vorbeischießen.

Dabei ist an der Platte etwas problematisch, das dies manche Songs oder Passagen ohnehin tun, weil ihnen der rote Faden fehlt. Das machen Genrekollegen wie die oben genannten DECREPIT BIRTH entschieden besser. Oben drauf leisten sich die Holländer in manchen Teilen ihrer Platte den größten Lapsus, der einer Prog-Band unterlaufen kann, und zwar kommt wirklich Langeweile auf. Tracks wie “Tidal Waves“ könnte man in diesem Zusammenhang fast als Chillout-Death-Metal bezeichnen, ob das allerdings das gelbe vom Ei ist, wage ich zu bezweifeln. Hat mich aber gerade eine längere Traumfiedelei eingelullt, so dauert es nicht allzu lange, bis OBSIDIAN mich mit einem völlig gegensätzlichen Stilmittel unsanft aufwecken.

In diesem Fall ziehen sich Gegensätze also nicht unbedingt an – schade denn handwerklich machen die Mannen um Robbe Kok einen gewohnt guten Job. Wer sowieso einen unruhigen Schlaf und Lust auf eine Achterbahnfahrt zwischen scharfem Tempo und Schlafmittel hat, der wird mit “Point Of Infinity“ unter Umständen seinen Spaß haben.

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11.10.2010

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