Officium Triste - Mors Viri

Review

Inzwischen sind OFFICIUM TRISTE auch schon unglaubliche 20 Jahre fester Bestandteil der kleinen aber feinen Doom-Metal-Szene, der wirkliche Durchbruch ist ihnen aber bisher leider versagt geblieben. Das wird sich auch mit ihrem fünften Album „Mors Viri“ nicht ändern, dafür ist der melancholische Death Doom Metal der Niederländer einfach nicht massenkompatibel genug, was sich auch an den Texten zeigt, welche sich dieses Mal mit dem Tod eines Mannes auseinandersetzen.

Noch immer stehen OFFICIUM TRISTE für traurigen, epischen Death Doom Metal, wie er Anfang der Neunziger mal in Mode war, an diesem Stil hält die Band auch mit „Mors Viri“ eisern fest. Auch das neue Werk ist geprägt von melancholischen Klangwelten, mit hinreißend schönen, starken Melodielinien von Gitarren und Keyboards, schleppenden Rhythmen, tiefen Growls und Klargesang. Die gut arrangierten Songs scheinen im Verlauf des Albums zu wachsen, sind dabei sehr eingängig und gleichzeitig emotional eindringlich, ausdrucksstark. Durch die Bank bildet das neue Werk eine perfekte Balance zwischen erdrückender Schwere und feinfühliger dunkel-harmonischer Schönheit. Geprägt ist „Mors Viri“ von einer intensiven, dichten Atmosphäre. OFFICIUM TRISTE ertränken den Hörer in einem Meer aus authentisch wirkender, niederschmetternder Traurigkeit und tiefer Verzweiflung, es gibt nur sehr wenige dezent hoffnungsvolle Momente. Dabei wirkt das neue Album etwas düsterer als die Werke zuvor, der Anteil an Gothic hat stärker zugenommen, so dass die Veteranen die eng abgesteckten Grenzen des Death Doom Metals immer wieder überschreiten, ohne ihre eigene Vergangenheit zu leugnen, wie es so manch andere Band des Genres tat. Highlights sind das treibende „The Wounded And The Dying“, das mit herrlichem Duettgesang versehene „To The Gallows“ sowie das in sich verschiedene, überraschende „Like Atlas“.

OFFICIUM TRISTE ist mit „Mors Viri“ ein wirklich starkes Album gelungen, voll Spannung, Gänsehautmomenten und bittersüßer Stimmung, dem man sich als geneigter Fan nicht zu entziehen vermag.

14.03.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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