Ortega - 1634

Review

Die niederländische Doom/Sludge-Formation ORTEGA legt mit „1634“ ihr Debüt vor. Die Scheibe wurde bereits im Jahr 2010 und auf 100 Stück limitiert veröffentlicht, nun bringt Aesthetic Death Records das Album als Re-Issue heraus. Stilistisch rangieren die sieben Tracks zwischen rauem Doom und Sludge, zudem finden sich hörbare Postrock-Tendenzen im Sound des Quintetts. Thematisch beschäftigen sich die Texte mit der Geschichte eines gestrandeten Seemanns, wir haben es hier also mit einer Art Konzeptalbum zu tun.

Die Platte beginnt mit dem instrumentalen Intro-Stück „Still“ und einer schwelgerischen Gitarrenmelodie, die in der Folge behutsam gesteigert wird. Ein wirklicher Ausbruch erfolgt allerdings nicht, vielmehr strahlt der Song eine Art lockeren Auftakt-Charakter aus. Deutlich härter und düsterer wird es mit „Into The Waves“. Nach dissonantem, zähen Anfangsriff röchelt Frontmann und Gitarrist Richard Postma die ersten Zeilen zu tiefen, abgestoppten Gitarren. Nach einigen Minuten kommt dann etwas überraschend die Geige – ein in der Folge immer wiederkehrendes Element im Sound von ORTEGA – zum Einsatz, bevor der Track nochmals fast vollständig zur Ruhe kommt und sanft ausklingt, sogar etwas Brandung und entfernter Donner sind zu vernehmen. Insgesamt fällt der Song aber recht unspektakulär aus, vor allem soundtechnisch gibt es Defizite, die Gitarren tönen arg dumpf und die Drums – vor allem die Becken – kommen etwas dünn und steril rüber.

„Shipwrecked“ kann den Eindruck dann etwas korrigieren, der Song weiß mit stampfendem Gitarren und einem hypnotischen Zwischenteil durchaus gefallen. Aber auch hier gilt: wirklich besonders und innovativ ist das nicht, was die vier Niederländer bieten. Eher schon das ruhige und psychedelische „The Siren“, in dem die anfangs dominierenden Clean-Gitarren eine stimmiges Wechselspiel mit der Geige eingehen, bevor sich der Track gegen Ende nochmal an einer brachialen Riffwand aufrichtet. Das folgende „Octagon“ kann das Niveau danach aber nicht halten, vor allem das Geigen-Gefiedel während des Endriffs wirkt deplatziert. Das anfangs treibende, rüde „Chaser“ wiederum kann mit seiner Härte und Dynamik gefallen, das abschließende „The Oracle“ beginnt in vielversprechender Postrock-Manier, der laute Mittelteil kann dann aber seine Existenz nicht wirklich rechtfertigen – irgendwie schade um die schöne Atmosphäre.

„1634“ zeigt gute Ansätze, ist in seiner Gesamtheit aber noch zu unausgegoren. Neben einigen stärkeren, aber keinesfalls hochklassigen Momenten bietet die Platte auch noch viel Stückwerk und Leerlauf. Hier ist man (leider) noch weit vom Niveau der Referenzbands (NEUROSIS, THE OCEAN, CULT OF LUNA) entfernt.

01.11.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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