Pentagram - First Daze Here Too

Review

PENTAGRAM sind wohl das, was man als klassische „Underground-Legende“ bezeichnen kann. Obwohl sie zweifellos von Anfang an das Zeug dazu hatten, hat es für die Amerikaner nie gereicht. „First Daze Here Too“ setzt ihre 2002 mit „First Daze Here“ begonnene „Vintage-Collection“ fort. Die rund 75 Minuten Songmaterial verteilen sich auf 2 Silberlinge, von denen der erste 7 Studio-Aufnahmen von 1976 enthält. PENTAGRAM erinnern hier stark an Black Sabbath und spielen erstklassigen Stoner-Rock mit einer gehörigen Doom-Schlagseite. Ins Auge sticht vor allem das ROLLING STONES-Cover „Under My Thumb“, das die Band in angenehm direkter Weise aufs Band rotzt. Auch die übrigen Stücke machen auf absolut rückständige Weise jede Menge Spaß. Das Talent des exzentrischen Hauptkomponisten Bobby Liebling erschuf Stücke, die einen endgültig an der Gerechtigkeit im Musikbusiness zweifeln lassen. Wenn diese Band den großen Durchbruch nicht verdient haben sollte, müssten auch eigentlich auch 90 Prozent der derzeit angesagten Rockbands schleunigst die Koffer packen. Die Produktion ist – wie sollte es für eine Low-Budget-Produktion dieser Ära auch anders sein – angenehm erdig und unterstreicht die besondere Atmosphäre, die diese Band in ihren Liedern verbreitet.
Auf der zweiten CD tummeln sich 22 Stücke, die 1972 bis 1973 im damaligen Probenraum der Band mitgeschnitten wurden und im Vergleich mit modernen Produktionen reichlich alt klingen. In diesem Fall soll das jedoch alles andere als negativ gemeint sein, atmen sie doch so zweifellos die angenehm warme Atmosphäre einer kleinen, verrauchten und dreckigen Abstellkammer, in der vier Jungs gerade davon träumen, einmal Rock-Geschichte zu schreiben. Wenn man sich diese Aufnahmen in Ruhe zu Gemüte führt, kann man den Geruch abgestandenen Biers und den Schweiß vierer Musiker, die ihr ganzes Herzblut in diese Musik stecken und alles um sie herum schlicht vergessen, förmlich riechen. Die einzelnen Titel sind selten länger als drei Minuten, wirken teilweise aber deutlich länger. Beeindruckend, wie es diese Band schafft, in so kurzer Zeit so viele unterschiedliche Parts in Songs einzubauen die dennoch stets kompakt und leicht zugänglich bleiben. Es ist fast unglaublich, dass darunter die angenehm behäbige Doom-Atmosphäre keineswegs leidet. Mit den hier vertretenen Songideen würden andere Bands eine gesamte Karriere bestreiten. Mit den Riffs haben sich PENTAGRAM offensichtlich stets leichter getan als mit ihren Texten. Perlen wie die herrlich ironische Macho-Hymne „Man“ bilden die Ausnahme, meistens sollte man über die lyrischen Ergüsse großzügig hinwegsehen. Den krönenden Abschluss findet diese zweite CD mit dem grandiosen Schlußtrack „Show ‚Em How“. Dieser walzt binnen zehn Minuten mit ultraschwerem Riffing alles nieder. Die ausgiebig verspielte Solo-Passage dient letztlich nur dazu, den derben Schlusspart umso tiefer in die Magengrube der Zuhörerschaft wühlen zu lassen. Genial!
Letztlich handelt es sich bei „First Daze Here Too“ um eine schöne Zusammenstellung, die jeden PENTAGRAM-Fan glücklich machen dürfte. Aber auch andere Sympathisanten doomigen Stoner-Rocks dürfen hier ein Ohr riskieren. Ein dickes Booklet mit allen Lyrics, und Linernotes, sowie einer ausführlichen History der ersten Bandphase vom damaligen Drummer Geof O’Keefe runden dieses nette Paket ab.

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18.04.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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