PhallaX - The Chandlers Passion

Review

Ganze 20 (!!!) Jahre umfasst das Durchschnittsalter der Mutlanger Band PHALLAX. Der Älteste ist 21, der Jüngste gerade einmal 18. Dass Musik und Alter dabei scheinbar wirklich gar nichts miteinander zu tun haben, beweist “The Chandlers Passion“ wirklich eindrucksvoll. Die Band ist unglaublich jung, das Album wirkt bereits unglaublich reif und so manch „große“ Band wäre wahrscheinlich froh darüber, etwas Derartiges erschaffen zu haben. Im Detail sieht das dann nämlich so aus:

Zuallererst fallen die sehr ausgeprägten, dominierenden Keyboardlinien auf. Und zwar so sehr, dass man am Ende des Albums versucht ist zu sagen, dass sie – im Verbund mit den dadurch erzeugten Melodien – schon fast so etwas wie ein Markenzeichen darstellen. Denn lässt man den Blick in die Zukunft schweifen, glaubt man schon so eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wie zukünftige Alben wohl klingen könnten. Auf der einen Seite verschafft dies der Band natürlich zu diesem noch sehr frühen Zeitpunkt ihrer Karriere einen enormen Wiedererkennungswert, auf der anderen Seite erfordert es ein enorm starkes Gegengewicht an den restlichen Instrumenten, da ansonsten die Songs in Sachen Abwechslung nicht funktionieren würden.

Und an jenen braucht auch der Rest der Band sich keineswegs zu verstecken. Das Gesangsspektrum ist sehr breit gefächert, das Drumming sehr variabel akzentuiert. Wenn dann am Keyboard mal Funkstille herrscht zeigt die Gitarrenfraktion, dass sie dazu in der Lage ist, ebenso starke Melodien zu erzeugen, oder aber auch einfach nur messerscharf den Song nach vorne zu peitschen. Stellenweise klingt das schon fast thrashig. Vereinzelt eingestreute, hervorgehobene Basspassagen tun ihr übriges. Gerade aufgrund der Flexibilität, mit der jedes einzelne Bandmitglied zu Werke geht, lässt sich auch dem Gesamtkonstrukt “The Chandlers Passion“ ein hohes Maß an Abwechslung und Haltbarkeit zusprechen. Hinzu kommt, dass man mit “Sense Of Your Life“ schon so etwas wie einen Mini-Hit an Board hat, der sich nach dem ersten Hören bereits festsetzt und die Gehörgänge auch so schnell nicht wieder verlassen will.

So ganz können es PHALLANX natürlich nicht lassen, sich an die derzeitigen Bewegungen anzubiedern, sodass sich vereinzelte (aber wirklich nur ganz wenige) Screams ihren Weg auf das Album gebahnt haben. Nötig wäre das nicht unbedingt gewesen, da die Songs ohne wahrscheinlich noch ein bisschen besser gewesen wären, aber da ist man aufgrund der generell sehr hohen Qualität auch gerne bereit zu verzeihen und mal drüber hinwegzusehen. Abgeschlossen wird das Ganze durch ein zweiteiliges Instrumental, wo noch einmal jeder zeigen darf, was er drauf hat – eben eine ganze Menge.

Bereits bekannte Grenzen um das Gehörte zu setzen, fällt schwer. Vielleicht ein bisschen SONATA ARCTICA hier, ein bisschen EDGUY da und wenn man IRON MAIDEN auch noch mit in den Pott wirft, ist das sicherlich auch nicht ganz falsch. Das, was PHALLAX auszeichnet, ist, dass eben eine genaue Beschreibung durch andere Bands nicht möglich ist. Das zeugt von Eigenständigkeit. Fest steht jedoch auch, dass Hörer, die SONATA ARCTICA aufgrund ihrer Keyboards hassen, um PHALLAX noch einen größeren Bogen machen sollten. Allen anderen sei dieses Debüt wärmstens ans Herz gelegt. Im Einheitsbrei melodischer Veröffentlichungen schafft es diese junge Gruppe doch tatsächlich sich hervorzutun und hat – das ist das Beste an der Sache – noch wahnsinnig viel Zeit an entsprechenden Nachfolgern zu basteln. Bitte mehr davon.

15.06.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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