Phantom Stars/Devil's Mother - Split

Review

Ein plötzlich aus dem Smog der Vorhölle auftauchender Güterzug – das wurde schon über die PHANTOM STARS, vier Jungs aus Leipzig, geschrieben. Und ja, so falsch ist diese Metapher nicht: Ein wirklich energiegeladenes, rockig-rotziges Gebräu mit enthusiastischem Gesang kommt da aus den Boxen gebrettert und klingt nach TURBONEGRO oder MOTÖRHEAD (man höre nur „Across The Ocean“) in modern, hart und ziemlich wild. Auffallend und charakteristisch sind dabei die während der fünf kurzen, allesamt unter der vier-Minuten-Marke angesiedelten Nummern immer wieder eingesetzten Sprachsamples, die für einen gewissen Wiedererkennungswert sorgen. Insbesondere dem Opener „Devil In Me“, der noch ein klein wenig stärker als die übrigen vier Tracks ist, verleihen sie einen fast unverwechselbaren und irgendwie lässigen Touch.

Langsamer und weniger direkt, aber nicht minder vehement und ziemlich mächtig lassen es die 2007 gegründeten DEVIL’S MOTHER aus Thüringen angehen. Die Mutter des Teufels kredenzt eine böse, recht ausgewogene Mischung aus Südstaaten-Doom/Sludge, altem Death Metal und Stoner Rock. Der Gesang orientiert sich dabei an dem der Doom/Sludge-Größen, wird aber in den aggressivsten Momenten auch mal zum todesmetallischen Growl. Bei der Instrumentierung scheinen eben CROWBAR, DOWN, ein wenig NEUROSIS, ENTOMBED oder auch einmal ORANGE GOBLIN durch. Das soll aber keinesfalls heißen, dass hier einfallslos oder gar schlecht bei den musikalischen Einflüssen und Vorbildern zusammengeklaut wird, nein, man schafft es, trotz vieler Zitate eine eigene Note mit einzubringen. Das sechsminütige, abschließende „Homeward Journey“ beispielsweise, dessen flotterer Mittelteil an CATHEDRAL zu „The Ethereal Mirror“-Zeiten erinnert und das in der zweiten Hälfte nochmal richtig fies walzt, vereint die verschiedensten Einflüsse der vier Musiker aus der Stadt unterhalb der berühmten Wartburg sehr homogen und nonkonformistisch.

Hier liegt also eine empfehlenswerte Split-CD mit den annähernd gleichstarken Beiträgen zweier befreundeter Bands vor, die von der musikalischen Ausrichtung her einen spannenden Kontrast bilden, wobei mir der DEVIL’S MOTHER-Teil – wohl aufgrund persönlicher Vorlieben – minimal mehr zusagt. Einzig die Tatsache, dass dem durchweg guten bis sehr guten Material jeweils die wirklich überragenden Tracks fehlen, verhindert eine noch höhere Bewertung.

Die Split-CD ist über die Websites beider Bands zu beziehen.

23.09.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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