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Project Pitchfork - Blood

Review

Galerie mit 17 Bildern: Project Pitchfork auf dem M'era Luna 2017

PROJECT PITCHFORK haben jüngst ihr neues Album „Blood“ veröffentlicht, seit 1989 (!) sind die mehrfach prämierten Hamburger fester Bestandteil der Szene, und zahlreiche Chartplatzierungen beweisen, dass Peter Spilles und seine Mannen mit ihrer Musik regelmäßig den Nerv der Fans treffen. PROJECT PITCHFORK sehen ihre Alben stets als Gesamtpaket und stimmen die einzelnen Komponenten sorgfältig aufeinander ab. Blut als loses Konzept bezüglich Songtitel, Inhalten und als hörbare Verknüpfung der Tracks in Form von Herzschlägen, pumpendem oder fließendem Blut, das passt gut zu PROJECT PITCHFORK und bietet viel Potential.

Der Opener „Blood-Line (Never)“ erinnert sehr stark an WOLFHEIMs „The Sparrows and the Nightingales“ (einfach mal im Refrain die Lyrics drüber singen), kommt genauso tanzbar-poppig und trotzdem eine Spur ruppiger daher. Die Synthiebögen brechen die harten Brocken immer wieder auf, was einen angenehmen Kontrast herstellt. Das stampfende „Blood-Loss (Sometimes)“ ist gut gelungen, über allem schwebt eine langsam wirbelnde Klaviermelodie. Bei „Blood-Money (No More)“, „Blood-Moon (Romance)“ und dem herrlich in den Sprossen der Tonleiter springenden „Blood-Stained (Give Me Your Body)“ erhöhen die EBM-ler den Härtegrad enorm und verdeutlichen, dass PROJECT PITCHFORK in erster Linie zum Feiern ist. Ruhige Momente in „Blood-Moon (Romance)“ können auch nicht so richtig überzeugen, denn durch den sehr tiefen (teilweise Sprech-)Gesang, wird richtig emotionaler, nuancierter Gesang fast unmöglich. PROJECT PITCHFORK nutzen also immer in erster Linie die musikalischen Arrangements und die Texte, um Dramaturgie und Tiefe zu erzeugen.

„Blood-Diamond (See Him Running)“ scheint sich leider nicht richtig entscheiden zu können, in welche Richtung gerannt werden soll, wirkt plan- und unangenehm schwerelos. Pop Wave dominiert hier, und wieder erinnern einige Passagen sehr stark an alte WOLFSHEIM-Stücke. Die Synthies übertreten schon fast die böse Grenze zum Schlager und gaukeln eine Theatralik vor, die letztendlich nur künstlich aufgeblasen und gehaltlos ist. „Blood-Pressure (Just for My Pleasure)“ hebt sich positiv von den anderen Stücken ab und zeigt eine Mischung aus scheinbar warmen Melodien, die dann vom dunklen Takt regelrecht in Stücke gezerrt werden. Ein weiteres Highlight ist „Blood-Shed (Dark River)“, hier löst der Hörer ein Ticket für eine Zeitreise in die 80er Jahre. Sehr gelungen, retrospektiv, sphärisch und tatsächlich sehr fließend zum Abtauchen.

Es gibt im Wave / Synth-Rock-Bereich massig Bands, bei denen die Palette von „grandios“ bis „grottig“ gleichermaßen abgedeckt wird. Gerade feiert man den einen Song noch euphorisch ab, dann folgt schon der nächste, für den man sich mit der Band kollektiv zum Schämen in die Ecke stellen darf. Auch „Blood“ von PROJECT PITCHFORK ist streckenweise viel zu zahm geraten und an vielen Stellen fehlen ausgefeilte Harmonien. Die pumpenden Beats stehen der Band schlicht am besten, und davon gibt es auf „Blood“ glücklicherweise noch mehr als genug, auch wenn das Album im Mittelteil deutlich schwächelt! Dass PROJECT PITCHFORK nach so langer Zeit mit derart viel Passion und Detailverliebtheit arbeiten, unterstreicht die sympathische Motivation der Band.

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02.11.2014

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