Promethee - Unrest

Review

Was der Metalfan nicht kennt, das hört er nicht. Und was er schon kennt, das will er meist auch nicht hören. Gerade deshalb werden es PROMETHEE mit „Unrest“ etwas schwer haben. Denn richtig neu ist die Tristesse nicht, die die Schweizer zum besten geben, aber trotzdem höllisch gut und packend. Jeder Song klingt nach Untergang, persönlichem oder generellem. Der Hörer erhält aber zumindest die Chance, sich von einem leuchtenden Riff zum anderen hangeln, um nicht gänzlich von den Dementoren überwältigt zu werden.

PROMETHEE klingen im besten Sinne kompromisslos, einfach als ob die Band nichts zu verlieren hätte und bereit ist jeden, der sich in den Weg stellt, mit in den Abgrund zu ziehen. „Unrest“ ist zwar ein Album, das schnell überzeugt, sich aber zu Anfang etwas ziert und erst nach mehreren Durchläufen lassen sich zahlreiche Feinheiten ausmachen. Der frei drehende Bass in „Dark Souls“, das packende Finale „I’ve lost everything…“ im melancholischen von Nu Metal angestrahlten „Frost Bite“ oder der hüpfende und mit bitterem Beigeschmack gespritzte Takt in „Broken Structures“, sind nur einige Highlights. Auf „Unrest“ passiert ordentlich was – schwurbelnde Riffs, die im Hintergrund schwitzend und stinkend arbeiten, um den Sound noch bedrohlicher und trostloser zu machen. Soli, die stellenweise versuchen die kalte Melancholie zu durchschneiden, nur um dann wieder von stoisch einmarschierenden Riffwalzen rücksichtslos weggedrückt zu werden. Dabei profitieren PROMETHEE immer vom staubtrockenen Sound, der wirklich keinen Funken Fröhlichkeit aufkommen lässt und erfolgreich dazu beiträgt, dass PROMETHEE den Hörer richtiggehend an die Wand spielen. „Dead Motion“ kommt ohne Gesang aus und zerrt eine bereits bekannte Melodie hervor, lediglich stilvoller und ausführlicher ausbreitet.

Frei nach dem Motto, wenn schon traurig dann mit Groove, beweisen PROMETHEE eine absolute Stilsicherheit, was Rhythmus betrifft. „Unrest“ kommt vollkommen ohne Hakler, Durststrecken und Tiefen aus, und die zwölf Songs sind so geschickt und harmonisch angeordnet, dass man hier von einem kunstvollen Gesamtwerk sprechen darf, welches komplett zu hören ist. Und das beste am Klargesang ist, dass es schlicht keinen gibt. Sänger Joshua Orsi schafft es trotzdem immer wieder, Spitzen zu setzen und den Hörer zu unkontrollierten Zuckungen und Stampfern zu zwingen. Auch unheilvolle Spoken-Word-Passagen wie anfangs bei „Inert And Bound“ vermittelt der dumpf dröhnende Shouter problemlos. Wer sich Anfang des Jahres auch über LAY SIEGE gefreut hat und sich generell gerne mal musikalisch an die Wand nageln lässt, während drumherum die Weltuntergangsstimmung regiert, der fühlt sich bei PROMETHEE daheim.

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03.09.2015

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