Pyramaze - Legend Of The Bone Carver

Review

Bereits nach einem kurzen Blick auf das Albumcover hätte ich wetten können, welcher Stilrichtung sich die Dänen PYRAMAZE verschrieben haben – schade eigentlich, denn diese Wette hätte ich sogar ausnahmsweise einmal gewonnen. „Legend Of The Bone Carver“ ist ein knapp 50 Minuten langes, typisch nordeuropäisches Power-Metal-Konzeptalbum mit dem gewohnten Hang zu klassischen Fantasy-Geschichten und einer ordentlichen Prise Kitsch. Auch die Werkzeuge, derer man sich dabei bedient, sind bereits hinlänglich bekannt: straighte Gitarrenriffs mit verzeinzelten Ausflügen in speedigere Gefilde, ohrwurmige Refrain-Melodien, großzügiger Einsatz von orchestralen Keyboard-Klängen und ein Sänger, der sich überwiegend am oberen Ende seines Gesangsspektrums bewegt.
Dabei hat man mit Lance King, den einige bereits von BALANCE OF POWER kennen werden, durchaus einen fähigen Vokalisten gefunden, der stellenweise stark an HELLOWEEN-Sänger Andi Deris erinnert, jedoch auch bei den höheren Tönen zu überzeugen weiß. Im Album-Intro „Era Of Chaos“ und dem vorletzten Titel „Blood Red Skies“ schafft die Band durch den Einsatz eines Erzählers Atmosphäre und erleichtert dem Zuhörer das Eintauchen in die Welt des „Bone Carver“, in der das Gleichgewicht von Gut und Böse ins Wanken geraten ist. Auch die weiblichen Vokal-Parts in der zentralen Ballade „She Who Summoned Me“ sorgt für Abwechslung.
Die restlichen Track sind überwiegend im Midtempo angesiedelt und solide, aber reichlich unspektakulär komponiert. Eine leicht progressive Schlagseite weckt gelegentlich Erinnerungen an die Melodic-Metaller KAMELOT, in Puncto Eigenständigkeit hinkt man diesen jedoch ebenso weit hinterher wie den Italienern RHAPSODY oder den deutschen Epic-Heroen BLIND GUARDIAN. PYRAMAZE vermischen gekonnt Elemente der drei genannten Bands, versäumen es aber leider, das Ganze mit ihrem eigenen kreativen Input zu veredeln. So bleibt man in der breiten Masse der europäischen Power-Metal-Szene leider ein weiterer gesichtsloser Act. Ausreichend Potential scheint jedoch vorhanden zu sein und blitzt vereinzelt bereits durch. So lange man jedoch nicht mit einem deutlich eigenständigeren Sound aufwarten kann, dürfte der Durchbruch noch auf sich warten lassen.
Im Großen und Ganzen geht „Legend Of The Bone Carver“ durchaus in Ordnung und tut bestimmt niemandem weh. Bevor ihr euch jedoch nicht durch den kompletten Backkatalog von BLIND GUARDIAN, KAMELOT, RHAPSODY und anderen Szene-Größen gehört habt, ohne dabei die Lust auf weiteres stilistisch ähnlich gelagertes Material zu verlieren, solltet ihr euch den Kauf dieses Albums gut überlegen.

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24.05.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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