Rizon - Masquerade

Review

Diesen Review-Text möchte ich gerne mit einem Zitat des großartigen Terry Pratchett beginnen: „Mehrfache Ausrufezeichen sind ein sicheres Zeichen für einen kranken Geist.“ Demnach sollte man sich wohl um den Verfasser des Promo-Infozettels zu RIZONs neuem Album ernsthafte Sorgen machen. Wie treffend, dass die Scheibe auch noch auf den Namen „Masquerade“ hört, was – abgesehen von der Schreibweise – identisch mit dem englischen Originaltitel des Scheibenwelt-Romans „Mummenschanz“ ist, in dem Pratchett den Ausrufezeichen-Sachverhalt weiter ausführt und sogar als wichtige „Plot-Device“ verwendet.

Nun steht hier aber nicht der Beipackzettel (beziehungsweise dessen Autor) auf dem Prüfstand, sondern das Album selbst (beziehungsweise die verantwortliche Band). Und dieses muss sich ironischerweise vorwerfen lassen, nicht einmal ein einziges Ausrufezeichen setzen zu können. Zu konventionell und vorhersehbar tönen die Kompositionen von RIZON. Das Songwriting folgt weitestgehend den Gepflogenheiten der europäischen Power-Metal-Szene, wenngleich es Produzent Nino Laurenne geschafft hat, sie in ein angenehm knackiges Soundgewand zu hüllen.

Was der Wechselgesang zwischen Matthias Götz und Frontelfe Seraina den Schweizern an gotischem Flair verleiht, wird durch ein regelmäßiges Abdriften in allzu kitschige Gefilde erkauft. So leben gerade die erinnerungswürdigen Ohrwurm-Highlights oft von allzu simplen Zuckerguß-Melodien, die bei mehrmaligem Hören rasch zu nerven beginnen. Dadurch weiß man nicht so recht, ob man beispielsweise den Refrain von „Same Same“ nun begeistert mitsingen möchte oder sich insgeheim vor sich selbst dafür schämt, dass einen das Stück noch tagelang verfolgt.

Folgerichtig ist es eine Art Hassliebe, die ich inzwischen zu den Schweizern entwickelt habe. Vieles klingt durchaus nett und dürfte Fans von älteren STRATOVARIUS oder FREEDOM CALL gute Unterhaltung garantieren. Dabei bleiben RIZON aber stets in arg seichten Gewässern, die Suche nach größerem musikalischen Tiefgang bleibt vorerst erfolglos. Das macht „Masquerade“ mitnichten zu einem schlechten Album, lässt es aber genauso schnell in Vergessenheit geraten, wie man es anfangs in Herz schließen mag.

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13.02.2012

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