Ruby The Hatchet - Valley Of The Snake

Review

Galerie mit 18 Bildern: Ruby The Hatchet - Europatour 2018

Kann man natürlich machen: Über RUBY THE HATCHET im Allgemeinen und „Valley Of The Snake“ im Speziellen gähnend den Zauberstab brechen. Konfrontiert mit dem xten Aufguss des bekannten psychedelisch-okkulten Doom-Rock-Gebräus mit Hexen-Sirene im Abgang die Mundwinkel verziehen und diesen Kelch an sich vorübergehen lassen.

Kann man aber auch lassen. Und sich stattdessen von der Schlange mal gepflegt beißen lassen. Öffnet man sich nämlich für deren Gift, weiten sich die Hosenbeine nach unten, aus dem Kruzifix wird ein Pentagram und die eigene Seele verabschiedet sich euphorisch Richtung Orkus. Aber das Herz, das brennt! Und die Abenteuerlust ist geweckt. So gerüstet möchte man für die nächste knappe Dreiviertelstunde nichts mehr, als sich auf die Plattenhülle starrend von RUBY THE HATCHET und Jilian Taylors hinterhältig betörender Stimme in die mystische Welt des Schlangentals entführen zu lassen. Und dort zwischen schroffen Riff-Massiven im Schneidersitz mal auf mäandernden, unheilvoll glühenden Akkord-Wellen surfen, mal zur Orgel das Melodie-Feuer rituell umtanzen.

Aber im Ernst: Auch ganz ohne Sportzigarette und Metaphern-Schmonzes – wer sich nach der geballten Ladung JEX AND THE OATH OF THE ANCIENT BLOOD CEREMONY (MOUNTAIN) verschämt, aber kaum heimlich nach einer Rosskur durch Metalcore oder noch Schlimmeres sehnt, braucht „Valley Of The Snake“ trotzdem. Braucht RUBY THE HATCHET, da der Teufel auch im Positiven im Detail sitzt. Das Kriegsbeil kann, sollte, MUSS dem hier verhandelten Genre gegenüber trotz drohender Übersättigung begraben werden.

Denn der Vierer aus Philadelphia hält das Niveau der zuletzt mit allerlei Allerlei aus dem Medizinbeutel verschickten „Eliminator“-EP, offeriert zwar warm produzierte, aber doch erfreulich harte Riffs und schreibt bei aller Verspieltheit detailreiche, dichte, treibende, zwingende Songs – gekrönt von tollem, von eigenem Gesang. „Valley Of The Snake“ ist eine packende akustische Reise ohne Längen, bei der unter guten Stücken das überlange „Tomorrow Never Comes“ herausragt – ein doomig-schleppend beginnendes Epos, das im Mittelteil zu fesselndem Gesang dynamisch an Fahrt aufnimmt. „The Unholy Behemoth“ wiederum rifft zum Beispiel drauflos wie auf schwarz gedrehte MONSTER MAGNET und der Titelsong beschließt das Werk teils akustisch gehalten inklusive subtil eingeflochtener Flötenklänge. Kommt man nach drei Durchläufen kaum gegen an.

Fazit: Ich rauche nicht mal Zigaretten, trage stets geschlossenes Schuhwerk, besaß nie eine Lavalampe und werde spirituell nur beim Fußball. Aber ich empfehle „Valley Of The Snake“ – schweißtreibende Rockmusik aus dem Herzen und für selbiges.

20.03.2015

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