Rückwater - Supernova

Review

Dass bekannte Konzepte immer noch ihren Wert erfüllen, zeigen RÜCKWATER mit “Supernova“. Gitarre, Bass, Vocals und Drums – mehr braucht es nicht. Zunächst als Coverband von ALICE IN CHAINS unterwegs, präsentieren die Finnen nun ihr Debüt. Schon die EP “Bonehead“ gab einen ersten stilistischen Eindruck. Seitdem hat die Band einige Fortschritte gemacht.

So mächtig wie eine “Supernova“

Den flotten Einstieg macht “Rat In A Jar“. Die schnellen Riffeinlagen lassen den verzerrten Sound nicht direkt zur Geltung kommen. Eher stellen RÜCKWATER klassischen Rock in den Vordergrund und fügen eine Prise Fuzz hinzu. Ab der zweiten Songhälfte überrollen dann Distortionklänge den harmonischen Songaufbau.

Die verschiedenen Songparts der Leadsänger schaffen Abwechslung. Jussi Vehman und Markku MacKone wechseln zwischen sauberer und rauchiger Stimmlage. “Cruel Thing“ klingt dadurch härter als beispielsweise der Titeltrack.

“Broken Stone“ fällt durch seinen TOOLigen Sound aus dem Kontext. Der langsame Songaufbau und die träumerische Stimme erschaffen ein leicht unbehagliches Gefühl. In den energischen Gesangsparts wiederum scheint Maynards Stil eindeutig durch.

Auch die Einflüsse von ALICE IN CHAINS und KYUSS bleiben unverkennbar. Fast schon orientalischer Gesang mit anschließender Tempozunahme schmeißen den Hörer aus dem Album. “Supernova“ bleibt mit kurzen Doomabstechern seinem Charakter treu.

RÜCKWATER brechen aus

Das Album berichtet von Ausbruch und Identitätsbildung. Der Introsong zeigt die Gefangenschaft im eigenen Trott auf. RÜCKWATER singen von Druck und dem Verlangen, immer Bestleistungen erbringen zu müssen. Eine Flucht aus dieser Kapsel kann gesellschaftliche Nachteile mit sich bringen.

Auf “Cruel Thing“ nimmt die Abneigung der Kunstfigur jedoch Überhand. Ignoranz gegenüber Regeln und dem Befinden anderer ist die Folge. Was richtig oder falsch ist, bleibt eben subjektiv. Dürfen die eigenen Bedürfnisse im Vordergrund stehen, sobald diese andere verletzen?

“Once More With Feeling“ fügt noch das persönliche Umfeld hinzu. Es geht um Menschen, die aus benannten Krisen helfen und Unterstützung leisten. “Supernova“ verfolgt philosophische Ansätze und hinterfragt konventionelle Einstellungen. Dabei beleuchten RÜCKWATER diese, ohne selbst Werte direkt vorzugeben.

Ein kompakter Ausflug

RÜCKWATERs Inspirationsquellen markieren eine große Stärke. Somit vereinen die Finnen viele Elemente des Stoner Rocks und kreieren ein facettenreiches Werk. Dass diese Sichtweise nicht einseitiger Natur ist, beweisen die Lyrics. Der Zwist zwischen Objektiv und subjektiv begleitet den Alltag aller Menschen. Entscheidungen und Konsequenzen dabei adäquat abzuwägen, stellt die größte Herausforderung dar.

Text: Erik Tillmanns

03.08.2020

"Irgendeiner wartet immer."

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