Saattue - Jäähyvästi

Review

Nanu, PARADISE LOST klingen aber mittlerweile komisch, zumindest was den Gesang anbelangt. Innbrünstige Growls, das hatten wir ja schon verdammt lange nicht mehr von den Briten gehört. Und was ist denn das bitteschön für eine komische Sprache, Englisch jedenfalls nicht? Halt, halt, das ist ja ne ganze andere Band hier! SAATTUE kommen aus dem Land der tausend Seen, wurden 2001 gegründet und veröffentlichen nun ihr Debütalbum „Jäähyvästi“, nach einigen Demos, einer EP und einer Promo-CD. Düsteren Death Doom Metal haben sich die Nordlichter auf die Fahnen geschrieben.

Wuchtige Wände aus Gitarrenriffs, feine Melodien, dezente Keyboardeinsätze, spartanisches Schlagzeugspiel, die Zutaten sind hinlänglich bekannt. Gekrönt wird die Musik vom sehr wandlungsfähigen, zwischen aggressiv und melancholisch pendelnden Organ von Tuukka Koskinen, der mal tief growlt, mal rau, mal melodisch singt und dabei je nachdem an eine Mischung aus dem jungen Nick Holmes (PARADISE LOST), Aaron Stainthorpe (MY DYING BRIDE) oder den Landsmann Ville Laihiala (SENTENCED) erinnert. Gesungen wird übrigens durchgehend konsequent auf Finnisch, was zunächst etwas befremdlich wirkt, man gewöhnt sich aber schnell daran. Dazu dezente Chöre, an den wenigen, richtigen Stellen weibliche Unterstützung von Sängerin Ines Lukkanen, welche ein wenig an Birgit Zacher (bekannt durch ihre Mitwirkung bei u. a. SENTENCED, MOONSPELL, TIAMAT) erinnert, das hat schon was! Nicht nur auf gesanglicher Ebene, auch musikalisch zeigen sich SAATTUE sehr um Abwechslung bemüht, der Doom Metal wirkt recht verschachtelt, die überlangen Stücke sind vielschichtig mit einigen Tempowechseln. Wenige akustische Gitarrenklänge, epische, hymnische Refrains, und vor allem die grandiose Melodieführung sind weitere Aspekte, welche die Musik der Band auszeichnen.

Werden im Infozettel noch drei Gitarristen ausgewiesen, wird man aber zumindest auf Platte nicht niedergewalzt oder erschlagen. Sicherlich hört man mal mehrstimmige Leads und gleichzeitig rhythmisches Riffing, das kennt man ja aber zuhauf auch von anderen Produktionen. Live kann ich mir das hingegen schon sehr reizvoll vorstellen, da SAATTUE so die Möglichkeit haben, auf der Bühne alle Feinheiten des Albums zu reproduzieren.

Besondere Erwähnung verdienen das sich aus dem klassischen Metier bedienende „Luutarhuri“, die schleppende, melancholische Walze „Jäähyvästi“ sowie das depressive, mit todtraurigem Refrain ausgestattete, über 11 Minuten lange „Varjojen Saattue“. Vergleichen lässt sich die Musik einerseits mit den britischen Vorreitern PARADISE LOST als auch MY DYING BRIDE, aber auch mit den Landsmännern von SWALLOW THE SUN sowie in den eher rockenden Momenten ein wenig mit SENTENCED. Einen Originalitätspreis werden SAATTUE mit „Jäähyvästi“ nicht gewinnen, ein herrlich bittersüßes Doom-Metal-Werk haben sie damit aber vorgelegt!

02.03.2008

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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