Satariel - Phobos And Deimos

Review

Satariel kommen aus Schweden und spielen Melodic Death. „Net schon wieder“, wird jetzt sicher der ein oder andere denken. Aber keine Sorge, hier handelt es sich nicht um die x-te In Flames-, Soilwork- oder Dark Tranquility-Kopie, die es zur Zeit wie Sand am Meer zu geben scheint. Vielleicht sollte ich gleich zu Anfang bemerken, dass die Bezeichnung Melodic Death im Falle Satariel sicherlich zu kurz greift, verbinden die fünf Mannen um Sänger Pär Johansson doch Death, Thrash und Black Metal Einflüsse gekonnt in einer Weise, die mir bis jetzt so noch nicht untergekommen ist. Für die Aufnahmen zum aktuellen Langeisen „Phobos and Deimos“ vergrub man sich mit Daniel Bergstrand im Dug-Out Studio in Uppsala. Gelohnt hat es sich allemal. Die Produktion ist ohne Mäkel und unterstreicht Satariels Sound in beeindruckender Weise. Stilistisch ist „Phobos and Deimos“ die konsequente Weiterentwicklung zum ’98er Release „Lady Lust Lilith“, wobei man in puncto Songwriting doch einiges zulegen konnte. Die Songs wirken kompakter, ausgefeilter und zugleich mehr auf den Punkt, als dies noch beim Vorgänger der Fall war. Als besonderes Highlight, und nicht weniger überraschend, ist sicher die Mitarbeit von Messiah Marcolin (Ex-Candlemass) an drei Songs, was dem Album einige kongeniale Momente verleiht. Aber nun genug des Gelabers, wollen wir uns den Songs etwas genauer widmen. Gleich zu Beginn zeichnet sich schon der für Satariel typische Stil ab: auf Doublebass-Attacken und black-metal-artiges Gekrächze folgt ein Break zu einem groovenden Headbanger mit Growl-Gesang. Aber gerade diese oft überraschenden Breaks machen den großen Reiz dieser Platte aus. Hier wird nicht stupide minutenlang vor sich hin geprügelt, sondern äußerst kreativ zu Werke gegangen. Die Breaks wirken dabei jedoch nie unplatziert oder zerfahren, sondern integrieren sich wunderbar in die gesamte Songstruktur. Hervorzuheben sind sicherlich die Gastauftritte Messiah Marcolins bei „The Sun is Grey“, einer eher Thrash/Death angehauchten Nummer, und „Holy Trinity“ und „Doveshooter“, mit ihren schweren, langsamen Riffs und getragenen Growls. Die clean vorgetragenen Refrains von Messiah bilden jedesmal ein herrliches Gegenstück zu Pär Johanssons Gekrächze, und schaffen es immer wieder eine besondere Spannung zu erzeugen, die sich in den Songs entlädt. Besondere Erwähnung gebührt auch „Betrayer Love“ mit einem tollen Melodiebogen im Refrain, bei dem sich Pär förmlich die Seele aus dem Leib schreit, und „Greater Than God“, das mit coolen Riffs und einem fulminanten Refrain ein weiteres Highlight darstellt. „Phobos and Deimos“ kann ich nur jedem wärmstens empfehlen, der guten, abwechslungsreichen Metal mag. Wem Soilwork’s „Natural Born Chaos“ zu brav war, und sowieso schon lange nichts mehr wirklich innovatives gehört hat, sollte sich anhören wie Satariel cleanen und verzerrten Gesang zu verbinden wissen. Aufgrund des guten Songwritings, der starken Songauswahl und Messiah Marcolin sind 9 Punkte in meinen Augen mehr als gerechtfertigt.

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29.09.2002

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1 Kommentar zu Satariel - Phobos And Deimos

  1. Bluttaufe sagt:

    Irgendwann sagte man zu mir die klingen etwas nach STRAPPING YOUNG LAD. Hätte ich im Vorfeld was von Melodic Death gelesen hätte ich mir die CD nicht mal für die 3€ auf dem Flohmarkt gekauft. 😀
    Einige Querverweise zu STRAPPING YOUNG LAD sind zu vernehmen ohne deren Abgedrehtheit zu erreichen – wobei der Gesang schon an Mr. Townsend erinnert. Die Knüppel Death Metal Parts können sogar mich als Death Metal Muffel begeistern ergo können SATARIEL keine schlechte Band sein. Und auch das restliche Klangkorsett kann mich begeistern.
    Ein Album was ich immer wieder gerne aus dem Regal ziehe und gerne anhöre.

    9/10