Serpents - The Brimstone Clergy

Review

Mit den drei SERPENTS aus Schweden tritt ein “unheiliger Klerus” an, um in knapp 20 Minuten Spielzeit “sechs unheilige Psalmen” unters Volk zu bringen. Die Identitäten der Musiker sind dabei, so der Promo-Zettel, nicht weiter von Belang, also konzentrieren wir uns lieber direkt auf die Musik von „The Brimstone Clergy“.

Bringt die Apokalypse …

Der Opener “Worship The Reprobate” beginnt zwar mit Glockenklang und langsamen Gitarren, detoniert dann aber in einen klassischen Black-Metal-Song mit wütendem Gekeife, Blastbeats und sogar ein paar vage melodiösen Leads. Sofern man skandinavischen Black Metal weiter unterteilen möchte, kann man bei den SERPENTS also durchaus den eher schwedischen Touch raushören – die Vergleichsband wäre also eher DARK FUNERAL als DARKTHRONE. “End The Slavery Of Being” setzt diesen Trend fort. Nettes Detail am Rande: Diese ersten beiden Songs gehen relativ nahtlos ineinander über.

Aber die SERPENTS können auch langsamer, wenn sie denn wollen. “Bring The Apocalypse” ist ein in fiesem Mid-Tempo gehaltener Stampfer, der sein vergleichsweise simples Riff immer wieder um hohe, dissonante Leads ergänzt und damit für mächtig Atmosphäre sorgt, nur um dann doch wieder in ein Gewitter aus Blastbeats zu explodieren.

… und zerschlagt das Paradies

Mit Blastbeats beginnt auch “Shattered Paradise”, klingt im weiteren Verlauf aber eher wie AT THE GATES, nur Black-Metal-Form, vor allem im fast schon verboten melodiösen Refrain. Definitives Highlight des Albums! “Interlude In B-Minor” ist ein mit der Akustikgitarre gespieltes Instrumental, das sich mit dem Wort “schön” beschreiben lässt, bei dem ich aber auch nach wiederholten Hördurchgängen die Platzierung in der Tracklist nicht verstehe. Das abschließende “Requiem” ist getragen von einer dissonanten und doch melodiösen Leadgitarre und einigen wenigen, klagenden Schreien — ein weiteres definitives Highlight, atmosphärisch und eindringlich.

„The Brimstone Clergy“ macht keine Gefangenen …

Auf “The Brimstone Clergy” liefern die SERPENTS also eine schwedische Black-Metal-Schlachtplatte, die durchaus zu unterhalten weiß. Die kurze Spielzeit der EP will man dabei nicht negativ ankreiden, da durch die kurze Runtime keine Zeit ist, gelangweilt zu werden und eigentlich jede Sekunde genutzt wird. Die Ausnahme bildet das “Interlude”, bei dem man — trotz aller bewiesenen Technik — die Sinnfrage stellen muss.

Wenn die SERPENTS gut sind, dann sind sie richtig gut (”Shattered Paradise” und “Requiem”), aber die Blastbeat-Gewitter klingen sich einfach alle zu ähnlich. Am stärksten merkt man das beim eigentlich spannenden “Bring The Apocalypse”, das durch den Wunsch nach Geschwindigkeit etwas „tot-komponiert“ wird. Bei zwanzig Minuten Spielzeit sind zwei ziemlich gute Tracks noch genug, auf Albumlänge wäre mir das aber dann doch zu wenig.

… aber die SERPENTS sind doch „nur“ gehobener Durchschnitt

Ultimativ muss man also festhalten dass, bei allem Spaß, den man mit der EP haben kann, hier eigentlich nichts dabei ist, dass man nicht schon mal woanders gehört hat (und im Zweifelsfall besser). Insofern ist “The Brimstone Clergy” vielleicht eher als “proof of concept” zu verstehen, das heißt, als Lebenszeichen einer jungen neuen Band, die hier auch definitiv ihr Potential beweist. Wenn man auf gut gemachten (schwedischen) Black Metal steht, empfiehlt es sich sicher, die SERPENTS ganz weit oben auf einen Zettel zu schreiben, aber vielleicht doch eher auf das Full-Length-Debüt zu warten und die EP nur zu kaufen, wenn noch Platz im Schrank (bzw. auf der Festplatte) ist.

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26.11.2020

Mary had a little lamb, its fleece was black as coal. When Mary went to bed one night, it ate her fucking soul.

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