sHEAVY - Republic?

Review

Woran liegt es, dass sHEAVY trotz bereits 13-jährigem Bestehens und vier Alben auf dem Buckel immer noch ein Undergroundtip sind? Ist ihre Herkunft aus dem fernen Neufundland, das metaltechnisch weitab vom Schuß liegt, Schuld daran? Muss man ihrer mehr als dreijährigen Abstinenz die Schuld in die Schuhe schieben? Ist der schwarze Peter in ihrem Musikstil, der sich irgendwo zwischen old-schooligem Hard Rock und den Anfängen des Stoner Rock bewegt, zu suchen? Oder reichen die musikalischen Fähigkeiten des Quartetts einfach nicht aus, um sich ein größeres Publikum zu erspielen?
Die Wahrheit sortiert sich – wie immer – in der Schnittmenge aller plausiblen Gründe ein. sHEAVY sind sich immer treu geblieben. So auch auf ihrem neuen Werk „Republic?“, das mal groovenden, mal doomenden, aber stets straighten Rock bietet, der tief in den 70ern verwurzelt ist.
…womit wir schon bei einem der Probleme dieser Formation wären: Der Stoner bzw. klassische Hard Rock stirbt langsam aus. Einzig Formationen wie HELLFUELED oder die SPIRITUAL BEGGARS wehren sich nach dem Niedergang der Anführer von KYUSS zwar standhaft (und zurecht) gegen ihr eigenes Ableben, spielen aber trotz guter Presse stets vor schlecht gefüllten Hallen. Für sHEAVY dürfte sich darüber hinaus nachteilig auswirken, dass ihre Mucke weder so frisch-mitreißend wie HELLFUELED, noch so psychedelisch-verkifft wie KYUSS, noch so bahnbrechend wie BLACK SABBATH aus den Boxen staubt, wabert und brettert. „Republic?“ bietet lediglich solide Hausmannskost, die ein aussterbendes Genre keinesfalls länger als fünf Minuten beatmen kann.
Von locker-flockig und markant-eingängig groovend („Standing At The Edge Of The World“) bis langsam wie Lava fließend („Moments Of Silence“) haben die Jungs um Sänger Stephen Hennesy, der ein wenig erdiger klingt als Ozzy in jungen Jahren, ihre Hausaufgaben zwar gemacht, aber etwas Zählbares wie das Prädikat „Klassenbester“ springt keinesfalls heraus. Daran kann auch die authentische Produktion von Sludge-Meister Billy Anderson (u.a. HIGH ON FIRE, MELVINS) nichts ändern.
„Republic?“ ist somit in der oberen Schicht der grauen Masse eines Genres anzusiedeln, dem die Fans immer mehr die Aufmerksamkeit verweigern. Ob es an ebensolchen soliden, aber nichts bewegenden Platten wie dieser hier liegt, sei dahin gestellt. Fest steht, dass sHEAVY im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes gegeben haben, damit jedoch weder gegen die alten Originale, noch gegen die frischen Szeneleader anstinken können.

09.01.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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