Shuffle - #WontTheyFade

Review

Immer mehr Bands finanzieren ihr Album per Crowdfunding. So auch die französischen Alternative-Progressive-Rocker von SHUFFLE. Ob es etwas gebracht hat?

Schöne neue Welt – SHUFFLE

Das Internet ist schon eine feine Sache. Mit einer nahezu unbegrenzten Anzahl an Katzen- und Hundevideos, gratis Schweinskram und einem unerschöpflichen Zugriff auf eine vermeintliche „Schwarmintelligenz“, schafft es das World Wide Web uns seit Mitte der neunziger Jahre jeden Tag bei Laune zu halten und von der Arbeit abzulenken. Das Internet lässt sich aber nicht nur zur grenzenlosen Zerstreuung nutzen, sondern auch für eigene Projekte und Pläne nutzen, wie zum Beispiel Crowdfunding.

Bands nutzen immer auch wieder solche „Spendenplattformen“, um ihre Anhängerschaft und Interessierte von ihrem Albumprojekt zu überzeugen und so das Budget für die kostspielige Produktion auf die Beine zu stellen. So auch die französische Alternative-Progressive-Band SHUFFLE aus Le Mans, die per Crowdfunding ihr zweites Album „#WontTheyFade“ mitfinanziert haben und die Anhängerschaft mit interessanten Einblicken in den Studioalltag auf den neuesten Stand gehalten haben. Schließlich ist es ja schon interessant, wo überhaupt das hart verdiente Geld, dass man selbstlos seiner Lieblingsband anvertraut hat, hinwandert.

Bereits mit ihrem Debütalbum sorgten SHUFFLE 2015 für einen Achtungserfolg, der sie über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt gemacht und ihnen Supportslots bei Progressive-Größen wie THE INTERSPHERE, oder den Melodic-Hardcorelern von SHVPES eingebracht hat. Bereits die Wahl der Supportbands spricht bereits Bände über die musikalische Ausrichtung von SHUFFLE, die sich auch auf ihrem zweiten Album „#WontTheyFade“ bemerkbar macht. Immer wieder wechseln SHUFFLE von sphärischen Progressive Parts in tiefgestimmte Breakdowns und garnieren die eigensinnige Mischung wieder und wieder mit einzelnen, eingestreuten Growls, die von cleanen Gesängen abgelöst werden. Dazwischen finden sich catchy Refrains und eingängige Akkordfolgen, die dem 2000er Alternative-Genre alle Ehre machen. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Dies fällt besonders beim Opener „Spoil The Ground“ auf, das mit seinen gesanglichen Phil-Anselmo Anleihen und LIMP BIZKIT Gedächtnisriffs immer wieder Stimmung aufbaut, dann aber im Refrain doch wieder in eine seltsame Lethargie und Schwere verfällt, welche die aufgestaute Energie nahezu verpuffen lässt. Der Effekt lässt sich über die gesamte Albumlänge der 9 Songs und einem Bonus-Track beobachten. Auch jonglieren SHUFFLE immer wieder mit Post-Rock Elementen wie in “Behind Ur Screen“, fahren die Instrumentalschiene in “Oh, glop d’eternitat“ und zollen RAGE AGAINST THE MACHINE nicht nur einmal in “Paranoia of the Soul“ ihren Respekt.

Newschool oldschool – „#WontTheyFade“

SHUFFLE haben mit ihrem zweiten Album „#WontTheyFade“ ein hohes Maß an Ambitionen bewiesen. Man merkt ihnen wirklich an, dass sie hinter ihrer Musik stehen und ihren Ideenpool der 90er und 2000er mit vollem Genuss auskosten und dem Ganzen, wenn auch zaghaft, ihre eigene Note verleihen. Allerdings sollten sich SHUFFLE in ihrer Richtung auch mehr festlegen, was ihnen mit ihrem zweiten Album immer noch nicht vollends gelungen ist. Die Mischung von eingängigen Alternative-Rock und halsbrecherischen harten Riffs auf tiefgestimmten Gitarren trägt sich auf „#WontTheyFade“ allerdings nur bedingt und stört eher das sonst recht homogene Album. Die Progressive Anteile fügen sich dagegen gut in das Klangbild und geben der musikalischen Vision von SHUFFLE mehr Substanz. Wer die 2000er noch einmal aufleben lassen möchte, sollte SUFFLE auf jeden Fall eine Chance geben.

Review von Oliver Strosetzki

14.12.2018

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