Sideburn - The Newborn Sun

Review

Gab es in diesem Jahr eigentlich ein paar vernünftige Stoner-Rock-Alben? Kann mich spontan an keines erinnern. Irgendwie scheint bei diesem Genre der Ofen aus zu sein. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, denn zumindest einen Kracher gab es anno 2007 doch zu verzeichnen: „The Newborn Sun“ der Kiffköppe von SIDEBURN. Warum in Europas verqualmten Studentenbuden noch keine Poster der Schweden hängen, ist mir ein Rätsel, denn SIDEBURN lassen es auf ihrem zweiten Album ordentlich, ähem, rauchen.

Neuerungen bringt auch dieses Quartett nicht mit ein, doch das gut einstündige Album besteht aus all dem, was Stoner/Kiffer Rock so süchtig machen lässt: ein Mörder-Groove, der die dickste Tüte zum Platzen bringt, ein Sound, der mit seiner Trockenheit selbst die Sahelzone vor Neid erblassen lassen würde, eine völlig paralysierende Grundatmosphäre, die den Hörer wenigstens 1000 Meilen näher zum imaginären Regenbogen bringt und vor allem… wahnsinnige Riffs, die sogar eure Oma zur Wunderkerze greifen lassen. Hallo! Was ist das nur mal wieder für eine grandiose Fahrt ins Reich der lila Träume! Dabei erinnern sich SIDEBURN besonders gut daran, wie dieses Genre mit den klassischen Helden der 70er-Jahre verzahnt ist, denn hier wird latent die alte Schule aus der Blütezeit des Hard Rocks zitiert und Stücke wie die beiden Traumreisen „When The Day Dies“ und „Another Day In The Blue“ verstehe ich als Verneigung – aber sicher nicht als Unterwerfung – vor den Rockgiganten schlechthin: LED ZEPPELIN. Gut, die immer wieder gerne eingestreuten Hammondorgelparts sind dann doch mehr PURPLE als ZEPPELIN, aber das wertet dieses Werk zusätzlich auf.

Mehr Eigenständigkeit und keinen Deut weniger Genialität herrschen bei Riffmonstern wie dem treibenden „I Am A King“, dem furztrockenen Groover „Soulville“ oder dem einfach alles toppenden „Farmer Joe“! Was für ein verschicktes Riff, welch ein Rausch! Leute, DAS hätte der Titelsong zu „The Big Lebowski“ sein müssen! Und dann immer wieder diese wilden Instrumentalabfahrten, die dem relaxten Fluss der Stücke zu keinem Zeitpunkt entgegenstehen oder stören würden, sondern vielmehr klarmachen, was für großartige Musiker hier dahinterstehen, was gerade solch abwechslungsreiche Longtracks wie „The Sun Will Love You“ oder „Riding The Rainbow“ perfekt veranschaulichen. Nicht zu vergessen ist „A Piece Of Shade“ mit seinen morbiden Riffs und Vocals und einem herrlich atmosphärischen Mittelteil.

Alben wie „The Newborn Sun“ bestätigen nur mal wieder meine Theorie, dass Musik besser ist als jeder Drogenrausch. Und hier kriegt man quasi beides in einem und das für wenig Geld. SIDEBURN hätten mehr Aufmerksamkeit verdient, denn sie geben dem Stoner-Genre den verloren geglaubten, wahren Geist zurück. Respekt und Danke!

01.11.2007

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