Sleeping Village - Fragments

Review

Ob bei der Namensgebung dieser italienischen Band wohl der alte BLACK SABBATH-Titel Pate gestanden hat? Betrachtet man die musikalische Ausrichtung des Projekts der beiden Herrschaften M. und Tryfar, scheint die Vermutung jedenfalls nicht völlig aus der Luft gegriffen: Seit 2002 haben SLEEPING VILLAGE zwei Demo-CDs, eine EP sowie eine Split herausgebracht und sind dem Sound der Anfänge bis zur neuesten MCD “Fragments“ weitestgehend treu geblieben – depressivem Black(/Doom) Metal mit gelegentlichen Ambient-Versatzstücken.

Man sollte aufgrund obiger Kategorisierung jedoch nicht dem Trugschluss unterliegen, das Duo sei mit seiner aktuellen Veröffentlichung in der Nähe von gut produzierten, eher aggressiven Vertretern des Subgenres wie SHINING zu verorten. Während sich bei älterem Material noch der ein oder andere schnelle schwarzmetallische Ausbruch fand, ist SLEEPING VILLAGEs Herangehensweise mittlerweile noch weniger vehement als in der Vergangenheit. Am ehesten ist ihr Sound mit neueren Werken XASTHURs oder denen ihrer Landsmänner FORGOTTEN TOMB zu vergleichen, wirkt aber noch deutlich gezügelter und (bewusst?) kraftloser.

Immerhin über eine knappe halbe Stunde erstrecken sich die vier “Fragments“; drei davon bieten monoton schweifende Gitarren, dazu passend ein lebloses Schlagzeug und eine wohl bewusst unzugängliche Produktion. Das eher weinerliche als aggressive Kreischen und Klagen kommt weit aus dem Hintergrund, wirkt wie das immer weiter verblassende Raunen eines Sterbenden.
In der Summe ist das nichts, was man so oder ähnlich nicht schon Dutzende Male vernommen hat: Das kurze “Bliss“ ist, sofern man hier davon sprechen kann, eine Nuance lebhafter als die beiden längeren, sehr elegisch dahin rinnenden Stücke “My Quality Of Being“ und “Yet Longing For More“. Mit “Out-Of-The-Way“ gibt es auch eine neunminütige, reine Ambient-Nummer, die zwar bizarr anmutet und den versucht bedrückenden Charakter der übrigen Lieder auf eine andere Weise zu transportieren sucht, aber unterm Strich nichts Spektakuläres ist.
Die avisierte trostlose und entrückte Atmosphäre der „Fragments“ kann man zwar durchaus erahnen, aber die vier Lieder überschreiten zu oft die Grenze zwischen effektvoller Monotonie und Langeweile.

So ganz wollen SLEEPING VILLAGE nicht (mehr) in die Schublade des trendigen – oder mittlerweile schon wieder nicht mehr ganz so trendigen? – “Depressive Black Metal“ passen, in der eine Menge gnadenlos überbewerteter und -flüssiger Bands herumdümpeln. Zwar entnehmen die beiden Italiener aus diesem Fundus nach wie vor den Großteil ihrer musikalischen Stilmittel, aber das Drumherum der Darbietung – das heißt Aufmachung und Texte – wirkt etwas reifer als bei so manch ähnlicher Formationen: Es scheint erfreulicherweise frei zu sein von schwer peinlichen Statements, Rasierklingen-Spielereien und anderen Indikatoren für erhöhten Infantilismus.
Dieser leichte Anflug von Nonkonformismus könnte dafür sorgen, dass man “Fragments“ besser einschätzt, als es diese passable, aber oft leidlich reizvolle und ermüdende MCD ist.

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03.02.2010

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