Slime - Wem gehört die Angst

Review

Galerie mit 20 Bildern: Slime - Hallo Hoffnung Tour 2018/19 in Wiesbaden

Was ist jetzt passiert? SLIME sind mit „Wem gehört die Angst“ auf Platz 9 der Deutschen Albumcharts eingestiegen. Ist das jetzt endlich der schon lange prophezeite Ausverkauf? Sind sie jetzt massenkompatibel?

„Wem gehört die Angst“ ist anders.

„Wem gehört die Angst“ braucht viel Zeit um zu wachsen, denn SLIME sind plötzlich weit weg von eingängigen Songs. Sowohl musikalisch als auch von den Texten her merkt man bei der ursprünglich aus Hamburg stammenden Band eine Weiterentwicklung. War „Sich fügen heißt lügen“ von 2012 noch nach vorne drückend und ein Album voller Hymnen zum Straßenkampf, wurde auf „Hier und jetzt“ 2017 experimentiert. Für mich das schwächste Album in der Geschichte der Band. Jetzt ist das dritte Album nach der Reunion wieder ganz anders als die Vorgänger auch als alle anderen Alben der Bandgeschichte.

„Wem gehört die Angst“ ist kein nach vorne drückender Punk, das Album ist musikalisch abwechslungsreich. Von punkigen Stücken über Rockabilly-Gitarrenarbeit bis zu der akustischen Klampfe reicht das Spektrum. Und besonders die Schlagzeugarbeit von Alex Schwers ist sehr abwechslungsreich und prägnant ausgefallen.

SLIME sind keine 16 mehr.

Überraschenderweise sind die Mitglieder der 1979 gegründeten Band keine 16 Jahre mehr alt und dementsprechend haben sich auch die Texte weiterentwickelt. Es kommen keine Parolen mehr wie Anfang der Achtziger, sondern überlegte Texte, die im Vergleich zu „Hier und jetzt“ auch ordentlich niveauvoller ausgefallen sind. „Wem gehört die Angst“, „Wenn wir wollen“ und „Fette Jahre“ haben sich sogar mittlerweile als selbst erfüllende Prophezeiung zu erkennen gegeben. Auch Nici bekommt endlich ihre Zeilen, übernimmt sie doch bei DIE MIMMI’S schon lange Teile des Gesangs.

Mit „Wem gehört die Angst“ haben SLIME es also geschafft sich wieder neu zu erfinden und auch im Jahr 2020 relevant zu sein. Da steckt kein Kalkül dahinter mehr Platten zu verkaufen, die Band hat sich nur weiterentwickelt und das sollte man ihr in den 40 Jahren Bandgeschichte auch zugestehen.

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22.03.2020

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5 Kommentare zu Slime - Wem gehört die Angst

  1. daniel sagt:

    mmmh…gar nicht so schlecht die beiden songs die ich grad gehört hab. halt nicht mehr so agro wie zu „deutschland muss sterben“ zeiten. aber 1000 mal besser als alles was die hosen die letzten jahre gemacht haben ! das is ja schon schlager mittlerweile !! 🤢🤦🏻‍♂️ ich hör mal mehr rein auf jeden fall …schon 25 jahre keine punk platte mehr gekauft ..letzte war glaub bad religion …

  2. Headcleaner sagt:

    Weiterentwicklung in allen Ehren, aber wenn man dann nur noch jämmerlichen Betroffenheits-Deutschrock macht und auch persönlich eher linker Spießer im kernsanierten Altbau im hippen, gentrifizierten Szeneviertel ist, sollte man vielleicht aufhören, das als Punk zu bezeichnen. Besonders peinlich wird es, wenn sie live ihre alten Revoluzzerhymnen spielen und ihr neues Publikum dazu Polonaise tanzt. Credibility am Arsch. Dabei gibt es genug neue, gute Punkbands, und auch einige alte, die sich zwar weiterentwickelt haben, aber nicht so peinlich aufgesetzt und oberlehrerhaft daherkommen. Slime sind genau das geworden, was sie in „Linke Spießer“ damals kritisiert haben.

    1. daniel sagt:

      ja ich weiss was du meinst !! bin kurz etwas in nostalgie verfallen !!! war ne geile zeit damals !!

    2. ClutchNixon sagt:

      So was nannte irgendjemand mal sehr treffend Instanzengänger. Dann lieber die Fresse halten und von der Vergangenheit zehren. Andererseits: Ist der Ruf erst ruiniert usw…

  3. sardine sagt:

    Bin auch ziemlich hin und her gerissen bei der Scheibe. Klar ist Entwicklung nicht persé schlecht und ich gestehe es jeder Band zu, aber irgendwie will es für mich bei Slime nicht so recht zünden. Ich hab die Platte zwei mal hintereinander gehört und leider mich dann erwischt wie ich doch was anderes aufgelegt hab. Somit war der Drang und der Sog der Platte nicht so stark wie es bei älteren Scheiben der Jungs der Fall war. So hab ich teilweise die „Yankees raus“ „Alle gegen Alle“ oder vor allem die beiden wie ich finde Meisterwerk von Slime „Viva la Muerte“ und „Schweineherbst“ tagelang rauf und runter gehört ohne Unterbrechung.
    Ich finde hier nun leider zu viele Songs im Midtempo angesiedelt der mich aber hier nicht mitreisen will. Die Texte sind durchweg gut und intelligent aber irgendwie will die Mucke nicht so recht zünden. Auch fehlen mir die „Hits“ die gleich im Kopf hängen bleiben und die man dann später vor sich hin trällert (zB. Ich kann die Elbe nicht mehr sehn vom letzten Album).
    Alles in allen also kein wirklich schlechtes Album und auch irgendwie dem Alter entsprechend, aber leider fehlt mir der letzte Punch um es richtig gut zu machen. Das Teil wird sicher immer mal wieder laufen, aber in die Liste der Top Alben von Slime wird es bei mir nicht hoch einsteigen.

    6/10