Spawn Of Possession - Incurso

Review

Die schwedischen Fummel-Deather SPAWN OF POSSESSION hatten es nach ihrem fantastischen letzten Album „Noctambulant“ nicht gerade eilig. Sechs sehr lange Jahre ließen sie sich Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung, die nun endlich am Start ist und der gierigen Musik(er)gemeinde Befriedigung verschaffen dürfte. Seit Verkündung eines neuen Rundlings haben sicherlich einige mit schwitzigen Händchen auf das gute Stück gewartet und auf eine Weiterführung des Sounds der Band bis hin zur Perfektion gehofft. Hier ist die Belohnung fürs Aushalten.

„Incurso“ beinhaltet neun Stücke zwischen fünf und knapp zehn Minuten Länge (den kürzeren Introtrack „Abodement“ mal ausgeklammert) und die Jungs geben einmal mehr alles zum Besten, was sie zu bieten haben. Ich hoffe, dass alle, die mit verwichstem Tech Death gar nichts anfangen können bis spätestens hier und nicht weiter lesen, denn das, was nun kommt, wird definitiv nicht ihren Interessenbereich treffen…

SPAWN OF POSSESSION legen im Vergleich zu ihrem sehr guten Debüt „Cabinet“ und dem klasse Nachfolger „Noctambulant“ tatsächlich nochmal gewaltig einen drauf. Es gibt auf dem gesamten Album keinen einzigen gradlinig gespielten Part zu vermelden und vermutlich auch keinen einzigen Part, der nicht von mindestens vier oder fünf Breaks, Fills und anderem Gedöns angereichert wurde. Vordergründig fallt mir allerdings auf, dass der Melodieanteil noch stärker an Gewichtung gewonnen hat als zuvor. Einerseits ist dieser Umstand sehr lobenswert und auch beeindruckend (wer das Album gehört hat und die Fülle an Melodien zu filtern versucht, wird diesen Satz verstehen), andererseits fordert „Incurso“ nicht nur die Hälfte sämtlicher Nervenstränge im ganzen Körper, sondern schöpft das komplette Repertoire aus.

Ohne, dass ich damit abwertend klingen möchte, aber macht man die Scheibe an, hört man rund 50 Minuten lang Gefiedel in den höchsten Tönen. Letzteres ist übrigens im wahrsten Sinne des Wortes gemeint, denn SPAWN OF POSSESSION agieren viel mehr im Bereich der höheren Töne als zuvor. Die vielen hohen Töne können, im falschen Augenblick gehört, eher abschreckend wirken als einladend aber ob das nun ein Kritikpunkt ist, kann ich grad nicht entscheiden. Ich habe mich entsprechend reingehört und finde das, was die Jungs da veranstalten ziemlich atemberaubend.

Zwischen schnellen Tempiwechsel, die dir einfach nur die Beine wegziehen und hochkarätiger Spieltechnik beweisen SPAWN OF POSSESSION, dass sie zur Speerspitze des skandinavischen Tech Death Metals gehören. Blastbeat, Midtempo, Uptempo und langsame Grooveparts wechseln sich in atemberaubender Geschiwndigkeit ab, fegen dich einfach so aus dem Weg und setzen ständig und ganz schnell noch einen nach. Das Ganze ist wie erwähnt mit einem Höchstmaß an Melodie ausgestattet und dazwischen grunzt die Stimme auch noch geile, anpeitschende Zeilen dazu. „Incurso“ ist äußert vielschichtig und ich behaupte, dass man selbst noch nach dem 30. Durchlauf neue Zwischentöne oder Breaks entdeckt, die einem vorher nicht aufgefallen sind. Verdammt satt das Teil.

„Incurso“ ist sicher als eine kleine Referenz zu werten, was europäischen Death Metal mit technischer Ausrichtung angeht. Zudem würde ich persönlich behaupten, dass SPAWN OF POSSESSION zusammen mit OBSCURA derzeit das Non plus ultra genannten Bereichs darstellen. Sehr geil und sehr fordernd. Sind sie zu stark, bist du zu schwach! Also, wer traut sich?

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10.03.2012

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1 Kommentar zu Spawn Of Possession - Incurso

  1. johannes sagt:

    Ich habe dieses Album nicht nur gehört, sondern auch GESEHEN! Vorgestern waren die Jungs zusammen mit Obscura, Gorod und Exivious in Oberhausen und ich kann nur zustimmen: atemberaubend! Da wurde ganze Arbeit geleistet. Die spielen wirklich so schnell und so gut! Selbst mit verletztem Gitarristen. (Leider waren nur etwa 100 Leute da, da frag ich mich doch: wo sind die Kenner? Sehr schade für die Bands!)
    Aber auch dieses Album zu hören ist eine echte Offenbarung. Alles ist so herrlich kompliziert und schnell. Ebenfalls das Artwork und die Gestaltung des Albums können überzeugen: festes, abwaschbares Papier, falls man ob der schwindelerregenden Musik aus Versehen draufkotzt.
    Kleine Anmerkung zum Schluss: zu der oben genannten Speerspitze des europäischen Tech-Death muss unbedingt auch Gorod aus Frankreich gezählt werden!
    Und jetzt: Die aktuelle Tour (bis 7.4.) besuchen und das Album direkt von den Jungs kaufen!

    9/10