Stone Lake - World Entry

Review

STONE LAKE aus Schweden sind im Prinzip die Nachfolgeband von WHITELIGHT, die uns einst mit Pop-Sülz-Weichspülermetal erfreute und dabei innerhalb ihrer Zuckerwatte-Songs bisweilen einigermaßen gute Gitarrenlicks plazierte. Nun denn, mit neuem Material bewehrt, wollen uns Jan, Peter und Jaime nochmal richtig einheizen. „World Entry“ nennt sich das neue Werk und wir dürfen gespannt sein, ob es den Eintritt in neue musikalische Welten offenbart.

Geboten wird Melodic Metal ohne Kompromisse, d.h. die Gitarren bretzeln munter (und sind wie schon früher durchaus dynamisch, fett, rockig) dazu gibts den üblichen sehr hoch intonierten Kastratengesang, der bisweilen in Power Metal-Gefilde abgleitet. Die Keyboards sind mir zu schnulzig, dieser permanente Xylophon-Klang enerviert genauso schnell wie Peters Kopfstimme und die häufigen Überschläge. Das ist schade, denn die Gitarrenfront könnte durchaus punkten, wenn sie es denn wollte. Will sie aber nicht. „Deal With The Devil“ und „Body Talk“ sind Midtemposongs der, sagen wir es mal vorsichtig, sehr durchschnittlichen Sorte, das an dritter Stelle plazierte Lied „Words Are Not Enough“ ist eine gemein-fies-ätzende DSDS-Ballade, unser braunes Faltengesicht wäre stolz darauf. „City Of Illusion“ macht dort weiter, alles klar, der Opener und der zweite Song waren Blendwerk, sollten uns in Sicherheit wiegen, denn nun folgen nur noch gräßliche Halbballaden mit ganz abnormem Schrill-Gesang. Gott, was waren LIEGE LORD, CRIMSON GLORY, FATES WARNING oder MALICE gut dagegen, aber die spielten ja auch in der höchsten Liga. Das Gitarrenlick erinnert an Fast Eddie VAN HALEN und ist durchaus gekonnt eingespielt, professionell, allein der Song will nicht zünden, typische amerikanische Mainstream-Chose.

„Rest My Eyes On You“ ist eine weitere Halbballade, entkräftet vorgetragen, mit allerschrillstem Gesang. So könnte Peter fast bei WATCHTOWER oder HEATHEN anheuern, wenn die mal eine Amateurmannschaft, einen zweiten Anzug ins Rennen schicken wollen. Kompositorischer Schrott, allerdings produktionstechnisch veredelt mit Ajax Glasrein. Ehrlichgesagt gefallen mir da sogar METALIUM fast besser. Und THE DOGMA sind super im direkten Vergleich. „Magic Signs“ enthält wieder diese blöden Keys, die alles mit rosafarbener Crème überziehen, Peter schreit von Sinnen, die durchaus vorhandene Heavyness, von den Klampfen vorgegeben, versickert völlig. Das Solo ist gut, warum steigt Jan nicht bei einer Combo ein, die Eier vorweisen kann? „Before I Go“ klingt nach amerikanischem Waschsalonrock, dazu kann man sich mühelos föhnen, eine Schachtel Kornflakes zu sich nehmen, das Cabrio wienern und den Grill aufstellen. Zum verzweifeln. Die abschließende Ballade „One Love One Heart“ (Scheiß-Titel, echt jetzt) baut auf simplen Aldi-Keys auf, jetzt wird mir erst klar, wie hart eigentlich DEF LEPPARD mit „Pure Some Sugar On Me“ waren… Es kann gar nicht anders sein: diesen Song muss Ralph Siegel seinerzeit für CORINNA MAY komponiert haben, wahrscheinlich war das Ding dann sogar für die Vorab-Jury zu weich…

Dass es welche gibt, denen sowas zusagt, wird sich mir nie erschließen. KISS, DEF LEPPARD, AEROSMITH und viele andere aus dem Genre oder noch besser die Balladen von Indie-, Alternative- oder Grunge Bands, da sage ich nicht nein, im Gegenteil. STONE LAKE sind zahnlos, kraftlos, banal. Kaspermucke, wie AC/DC sagen würden. Die Scheibe braucht keiner. Eine Sache für Adderly und seine Abteilung für Bagatellfälle.

21.06.2007

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