Strigoi - Abandon All Faith

Review

Soundcheck November 2019# 20

PARADISE LOST-Gitarrist Greg Mackintosh beerdigte 2018 sein Nebenprojekt VALLENFYRE, welches als Hommage an seinen 2009 verstorbenen Vater John gedacht war. Mit diesem versuchte Greg, seine tiefe Trauer musikalisch zu verarbeiten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das für eine kurze Existenz angedachte Projekt jedoch zu einer nihilistischen Botschaft. Wenige Tage, nachdem die letzte Show mit VALLENFYRE 2018 gespielt wurde, verkündete Greg die Fortsetzung der musikalischen Reise, nunmehr mit dem neuen Projekt STRIGOI. Inzwischen liegt das Debütalbum „Abandon All Faith“ vor.

STRIGOI – Weiterführung und Neuanfang zugleich

Der Bandname ist von ruhelosen Geistern der rumänischen Mythologie inspiriert, welche aus dem Grab aufsteigen und andere Formen annehmen können. Ein wenig wirkt es, als ob auch Greg keine Ruhe findet und sich seinen Dämonen stellen muss. Und wie auch diese Geister nimmt nun das, was einmal VALLENFYRE war, mit STRIGOI eine etwas andere Form an. Weitere Bandmitglieder sind der ehemaligen EXTREME NOISE TERROR- und VALLENFYRE-Bassist Chris Casket, der zudem die Texterarbeit für das Projekt übernahm. Weiter wirkte PARADISE LOST Schlagzeuger Waltteri Väyrynen als Studiomusiker in Gregs Black Planet-Studio bei den Aufnahmen zu „Abandon All Faith“ mit. STRIGOI geht dabei in eine etwas andere Richtung, als VALLENFYRE im Laufe der Zeit einschlug. Während VALLENFYRE immer schmutziger, punkiger und crustiger wurde, sind STRIGOI mindestens ebenso dunkel und haben auch etwas Crust, Punk und Grindcore, aber deutlich mehr Old School Death Metal mit dezenten Einflüssen von Black Metal, Doom und Gothic Metal. Oder anders gesagt, es geht wieder eher in die Richtung, deren Wurzeln mal den Ursprung von PARADISE LOST bildeten.

„Abandon All Faith“ – ein finsteres und dennoch kontrastreiches Werk

Auf „Abandon All Faith“ mischen STRIGOI verschiedene Elemente miteinander, um etwas anderes zu erschaffen. Da wären diese punkig-crustigen, dunklen, heftig schnellen 2-minütigen D-Beat Keulen wie „Nocturnal Vermin“, ein schmutziges, schnörkelloses und knallhartes Brett. Dann gibt es Songs wie „Phantoms“, richtiggehend heavy, disharmonischer Death Metal mit unverkennbarem PARADISE LOST Riffing, allerdings wie diese eben Anfang der Neunziger klangen, dazu die röhrenden Growls von Greg. Und da sind sie wieder, diese schweren, melancholischen, niederdrückenden Melodien, ein Markenzeichen von Mackintosh, und ganz groß im drückenden „Carved Into The Skin“ sowie im Titelsong „Abandon All Faith“ mit seinen orchestralen Momenten. STRIGOI sind hier theatralischer, mehr Death Doom, was einen wunderbaren Kontrast zu den heftigen Wutausbrüchen wie „Throne Of Disgrace“ bildet.

Eine erneute Rückkehr zu den eigenen Wurzeln

Mit STRIGOI und dem Debütalbum „Abandon All Faith“ kehrt Greg Mackintosh ein weiteres Mal zu seinen Wurzeln zurück. Und man nimmt es ihm einfach ab. Wer Innovationen sucht, ist hier falsch, wie auch bei VALLENFYRE. Verglichen mit deren Abschiedsalbum „Fear Those Who Fear Him“ ist „Abandon All Faith“ deutlich abwechslungsreicher und vielschichtiger. So kann es gerne weitergehen!

14.11.2019

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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5 Kommentare zu Strigoi - Abandon All Faith

  1. der holgi sagt:

    sehr interessant, das ist auf jeden Fall einen zweiten Blick wert

    9/10
    1. ClutchNixon sagt:

      So spielt man diesen Kram, liebe Kinder — fett!

      1. ClutchNixon sagt:

        Prima!

        8/10
  2. doomed-forever sagt:

    Coole Scheibe geworden ! So muss das sein. PL zu den Anfängen „Lost Paradise“ scheinen hier wieder durch, und Gregs typisches Gitarrenspiel rockt einfach noch immer.

    Vielleicht nichts für die Kiddies von heute, interessiert aber auch kein Schwein, aber dafür all jene, die in ihren 40ern sind. \m/

    9/10
  3. Schraluk sagt:

    Eigentlich hatte ich gar keinen Bock in die Platte reinzuhören. Nachdem mich Vallenvyre, insbesondere nach den letzten beiden Touren, unfassbar langweilte und mir dieses Rumgehopse zwischen Death, D-Beat und Crustund deren Popstar-Gehabe mächtig übel aufstieß und ich auch Paradise Lost niemals deren Verfall in übelst poppigen und pseudo- ephischen Mist verzieh, wollte ich nicht schon wieder ein Projekt von Greg M. hören. Zum Glück habe ich es dann aber doch getan. Wirklich gute Platte. Die Mischung aus Death, Black und Doom holt mich ab. Zwar sind immer noch reichlig Crust Elemente vorhanden und auch ein Part einer alten Wolfbrigade-Nummer wird ziemlich unverschämt geklaut, trotz alledem fügen sich die punkigen Parts jetztz weit besser ein, als das zuvor stattgefundene Zapping zwischen verschiedenen Stücken pro Track bei Vallenvyre. Nett sind auch die kleinen Winks in Richtung ‚Gothic‘. Nice.

    8/10