Stygian Crown - Stygian Crown

Review

Soundcheck Juni 2020# 10

Mit dem Namen STYGIAN CROWN bezieht sich die Band aus Los Angeles einerseits auf die fiktive Nation Stygia, die ein Teil der Welt ist, in der die Abenteuer von Barbar Conan spielen, andererseits auf den Fluss Styx, den in der griechischen Mythologie die Toten überqueren müssen. Egal, ob die ungewollt geschehen ist oder ein tieferer Plan dahintersteht, markieren diese beiden Referenzpunkte ganz gut, wo sich die Band mit ihrem epischen Doom thematisch bewegt. Songs über alte Götter, die ewigen Toten und obskure Riten sorgen für ein stimmungsvolles Fundament.

Alte Götter und obskure Riten aus dem Totenreich

Die Musik, die sich auf dieser Grundlage entfaltet, wird im Promo-Zettel „Candlethrower“ genannt, um die Einflüsse von CANDLEMASS und BOLT THROWER herauszustellen. Tatsächlich ist diese Zuschreibung im Ansatz nachvollziehbar, aber nicht voll und ganz zutreffend. Zwar sind häufig tief dröhnende Dampfwalzen-Riffs zu hören, die so aber schon seit Ewigkeiten im Doom Metal zu hören sind und außerdem nicht von BOLT THROWER patentiert wurden. Zugegebenermaßen dient diese Bezeichnung aber als gute Handreichung für jene, die eher aus der Todesblei-Ecke kommen, um den Sound von STYGIAN CROWN zu beschreiben.

Der Hinweis auf CANDLEMASS trifft es aber noch besser. Dies ist vor allem dem Bass-Spiel von Jason Thomas und dem Gesang von Melissa Pinion zu verdanken. Klanglich wecken die klagenden Vocals in Verbindung mit den ausrollenden Riffs sofort Erinnerungen an Messiah Marcolin, wenn auch dessen Varianz zu seinen Glanztagen nicht erreicht wird. Dennoch fängt die Frontfrau die Zuhörer sofort mit ihrer charismatischen Stimme ein und führt souverän durch die düsteren Songs. Hierbei sind auch Ähnlichkeiten zu SMOULDER zu erkennen, doch bei STYGIAN CROWN gelingt die Einflechtung des Gesangs in die vielschichtigen Songs noch einen Ticken besser.

STYGIAN CROWN verfehlen ihr Ziel nur knapp

STYGIAN CROWN gelingen auf ihrem Debüt durchgehend abwechslungsreiche sowie durchdachte Kompositionen. Die zumeist längeren Songs sind vielschichtig und stehen sowohl eigenständig für sich, entfalten aber auch gemeinsam mit den anderen Stücken eine bestechende Sogwirkung. Auch für kleinere Experimente wie den bluesigen Einstieg von „Old Gods Die“ ist man sich nicht zu schade. Ebenso kann der druckvolle, klare Sound überzeugen, der eine düstere, beinahe schon sakrale Atmosphäre schafft. Die entrückte Stimmung, die GRIFTEGARD oder die bereits erwähnten CANDLEMASS auf ihren Referenzwerken erreichen konnten, verfehlen STYGIAN CROWN jedoch – wenn auch nur knapp.

Es ist schwer, die Haare im Fluss Styx zu finden. Manchmal sind die Songs zu vertrackt, um richtig zünden zu können, manchmal aber auch zu stumpf und zu schnell abgenutzt. Hierbei bleibt es jedoch bei Ausnahmen. Denn wer auf klassischen epischen Doom steht, dürfte mit dem Debüt von STYGIAN CROWN vollends zufrieden sein. An die Meisterwerke des Dooms reichen die Amerikaner freilich noch nicht ran, sind einigen Zeitgenossen aber bereits einen Schritt voraus.

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24.06.2020

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