Sungrazer - Sungrazer

Review

Rock aus den Niederlanden? Da denke ich mit Freude an PESTILENCE und ASPHYX, die Götter des melodiösen Baumfällens. Nun, aus Oranje kommt weit mehr. Denn die Holländer SUNGRAZER haben es mit dem gleichnamigen Debüt zur Maxime gemacht, mit Wabersounds, fein psychedelischen Klangteppichen und Gesang, jawohl, Gesang!!! der Sorte PINK FLOYD, KYUSS oder auch den Grenzgängern von ELECTRIC MOON aufzuwarten.

Bunte Kreise schillern von Anfang an, ich frage mich die ganze Zeit, warum AUSGERECHNET jetzt so gute Stoner-Bands aus den Sandburgen gekrochen kommen. Liegt es an der Vereinnahmung der Musikindustrie durch digitalen Schrott? Daran, dass die Musiker des Genres sich auf gekonnte Improvisation verlegen? In „Somo“ ertönen feine Jazzklänge, da lassen SUNGRAZER ordentlich die etwas zu dick geratene Zigarette kreisen, wir sind in Zandvoort am Strand im betreffenden Cafe, ihr wisst welches ich meine, Werbung ist hier untersagt und, nun ja… der Blick auf das Meer, er ist einfach anders als sonst, verhangener, nebulöser, wir entdecken violette Dreimaster, 20.000 Fußbälle in Herzform und Cabrios welche sich zum Peace-Zeichen fein arrangieren, kann das überhaupt sein da über dem Horizont oder ist das jetzt eine Luftspiegelung und wir sehen bereits das Treiben an der US-Küste?

Auf jeden Fall mäandert die Hypnose durch psychedelische Gefilde, wir lassen es angenehm berührt zu und lassen uns tragen auf einer Welle berückender Affekte, es ist wie dieser eine Schluck zuviel des Toskanners, welcher noch nicht trunken macht, jedoch die Perspektive verändert. Und stets stemmen die Gitarren Felsblöcke, ohne Anstrengung, schieben Berge, ohne an Energie einzubüßen, senden ihre Botschaft über die Deserts in Richtung Horizont.

SUNGRAZER sind eine feine Kifferband. Der Gesang ist stark an den Idolen der Sechziger/Siebziger orientiert, ihr wisst, wenn ich meine, hier mal kein Namedropping, denn es wird der Klasse der Band nicht gerecht. Team Oranje ist in Hochform, mal wieder. Sag ja immer, ein feines Land, mit sehr starken Musikern. SUNGRAZER stehen für Atmosphäre aus böllerndem Bass und improvisierenden, dennoch songdienlichen Leads und analogen Drumparts, welche wirklich von einer lebenden Person eingespielt wurden, was heute ja die Ausnahme darstellt, wie wir wissen. Clever gemacht! Ich höre die CD gern am Scheitelpunkt des Abends, wenn man noch nicht genau weiß, wohin der Weg führt, und so etwas soll es ja häufiger geben. Sollte ein Leser eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage haben, kann er/sie diese mir gern zusenden.

11.04.2011

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