Symphony X - Paradise Lost

Review

Galerie mit 17 Bildern: Symphony X - Rock Hard Festival 2019

SYMPHONY X‘ neues Opus „Paradise Lost“ beginnt wie eine Filmsequenz; bei CRADLE oder DIMMU könnte das Intro ebenso Verwendung finden. Früher hätte ich die LP schon wegen der Glockenklänge und der sich zuspitzenden Intro-Dramatik sofort gekauft. Dann gibts Gitarren mit barocker Ornamentierung. Knüppelndes Schlagzeug, ein heiser-heller Sänger greift weit aus, und ich muss sagen, das ist sogar mit dem recht simplen Chorus ganz nett. „Set The World On Fire (Lie Of Lies)“ rauscht nur so vorbei, die Soli flirren wie anfang der Achtziger, die düstere Passage am Ende des Tracks ist gelungen; Power Metal-Puristen werden angetan sein, ich auch ehrlich gesagt…

„Domination“ ist ganz im Sinne von DIO, aggressiv mit RAINBOW-Atmosphäre. Überraschend hart ist es und gut bisher, dieses Album. „Domination“ ist geradezu ein Paradebeispiel, wie gut fette laute, nach vorn gemischte Gitarren zu Power Metal passen, diese nicht nachlassende orientalische Härte, ganz klar mein Fave in diesem Genre in diesem Jahr. „The Serpent’s Kiss“ adaptiert Toni Martin und die BLACK SABBATH-Phase der Spät-Achtziger, das eternale Idol ist nie weit entfernt. Mir gefällt diese Konsequenz, mit der die Licks sich nicht abdrängen lassen, ein wenig verspielt vielleicht, ähnlich der „Hatebreeder“ der berüchtigten Kinder von der finnischen Seenplatte. Auch die Moderne spielt mit, ohne den Track zu gefährden.

Der Titeltrack „Paradise Lost“ ist dann die erste Ballade; die transparent flirrenden Gitarrenlicks machen aber auch hier den Unterschied zum 0815 Power Metal. KAMELOT-Kitsch erwartet den Hörer nun, die schwebenden, sphärischen Vibes entführen in den Harem, der (beinahe indiemäßige) Refrain ist klasse adaptiert, woher bloss? Auf jeden Fall knallen auch die einsetzenden MAIDEN-Gitarren ordentlich; hätte nie gedacht, dass mir die so zusagen, ich muss es gestehen. Die Soli im Verbund mit dem einen hämmernden Gegenpol setzenden Bass sind stimmig in Szene gesetzt.

„Eve Of Seduction“ schlittert durch geiles Speed-Riffing; es macht der Band Spaß, die Instrumente zu bearbeiten, man merkt es. Und sie lieben RAINBOW, was sie noch sympathischer macht. „The Walls Of Babylon“ zitiert selbige Zuneigung im Titel, schwer dröhnt es aus den Boxen, orientalisch, düster, der Songaufbau ist facettenreich strukturiert. Die Synthesizer-Sequenz ist aller Ehren Wert; Jon Lord wäre mehr als einverstanden. Nach drei Minuten erst kommt der Gesang. Und die Soli, FATES WARNING zu „Awaken The Guardian“-Zeiten, rätselhaft, dunkel, verwirrend, verführerisch. SYMPHONY X lassen sich was einfallen, ohne gegen Genregesetze zu verstoßen.

„Seven“ tönt verspielt, ebenso schnell wie heavy, die böse Zwischenpassage der Orks, dann das Solo, das ist mal Vivalamelodia! „Sacrifice“ ist eine nette Ballade, dann jedoch kommt nochmals Spannung auf mit „Revelation (Divus Pennae Ex Tragoedia)“. Die progressiven Elemente verzieren diesen sowohl harten als auch sehr eingängigen Abschlusstrack. Der orientalisch-instrumentale Part in der Mitte ist furios, diese überbordende Steigerung sehr gelungen, wirklich. Zusammen mit KAMELOT, CIRCUS MAXIMUS, SACRED OATH und mit Abstrichen MANTICORA der beste Power (Progressive-) Metal dieses Jahr, ganz klar.

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17.10.2007

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2 Kommentare zu Symphony X - Paradise Lost

  1. dragon knight sagt:

    Ähm….Das ist Progresiver Metal, nur so zur Info

    Ansonsten hammer Album, eins der besten wie ich finde

    10/10
  2. Anonymous sagt:

    Sehr überzeugendes progressives Power-Metal (reicht das?!!) Album mit Top-Instrumentalisierung. Symphony X hat es einfach drauf, bei all der Komplexität Killersongs zu schreiben, Songs mit dem gewissen Etwas und prägnanten hörenswerten Passagen. Lediglich die 2te Ballade nimmt meiner Meinung nach dem Album zum Ende hin den Wind etwas aus den Segeln und gemessen an den Vorgängern bleibt "V.." unerreicht. Macht aber mächtig Laune und verweilt weit über dem Durchschnitt.

    8/10