Syncromind Project - Second

Review

Enzo Ferrara. Ein Name wie ein Gedicht. Dass der Mann zudem aussieht wie der italienische George Clooney und noch dazu ein wahrer Virtuose auf der Gitarre ist, passt da doch bestens ins Bild. Weniger schön ist allerdings, was Herr Ferrara dem Hörer mit seiner Band SYNCROMIND PROJECT zumutet. „Second“ heißt deren – wer hätte das gedacht – zweite Scheibe. Und die ist wirklich nur ganz, ganz schwer zu ertragen.

Es ist das altbekannte Problem, das heutzutage so unglaublich viele Formationen im Progressive-Rock-Segment haben: Hochveranlagte Musiker werkeln jahrelang in ihren Studios an irgendwelchen Platten epochalen Ausmaßes – nur, um am Ende mit der nächsten belanglosen Dudelei um die Ecke zu kommen, die den Song als solchen völlig aus den Augen verliert und vordergründig nur einem Zweck dient: dem der musikalischen Selbstbefriedigung.

Denn genau dann, wenn das oberste Ziel eines Musikers ist, ausschließlich seine bemerkenswerten Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen, wird es gefährlich. Natürlich nicht für den Musiker – aber für den Hörer. Und wenn dann noch – wie im Falle des SYNCROMIND PROJECTS – die Band lediglich aus einem extrovertierten George Clooney und einem Drummer besteht, kann man das Ganze sowieso vergessen. Und so ist „Second“ am Ende nur ein weiteres Paradebeispiel für einen selbstverliebten Ego-Trip eines schmalzenden Saitenakrobaten.

Es gibt wirklich keine einzige Minute am Stück auf dieser Platte, die nicht von Ferrara zugekleistert ist. Ohnehin dient jeder Moment, in dem sich Clooney mit seinem übertrieben weinerlichen Gitarrenspiel mal nicht in den Vordergrund drängt, als Vorbereitung für den nächsten, in dem er es wieder tut. Folglich klingt alles auf „Second“ gleich. Einzige Ausname sind die im hinteren Teil der Tracklist platzierten „Under Water“ und „On A Giant’s Shoulder“, bei denen mal ein wenig im rhythmischen Bereich gearbeitet wird. Ansonsten kann das Konzept der Platte wie folgt beschrieben werden: „Gitarren-Solo mit gelegentlichen Pausen“.

SYNCROMIND PROJECT wurden von Kollegen schon als die Wiedergeburt des legendären LIQUID TENSION EXPERIMENT bezeichnet. Ganz ehrlich: Diese Truppe ist so weit weg von der Klasse dieser Formation, dass der Vergleich an sich schon lachhaft ist. Im Gegensatz zu Ferrara war Rudess und seinen Mitstreitern bei aller Frickelei nämlich klar, was Dinge wie „Riffs“ und „Zusammenspiel“ bedeuten. Was diesen Schund hier anbelangt: Die gönnerhaften drei Punkte gibt es für die wirklich gute Produktion und die unbestritten vorhandenen spielerischen Fertigkeiten der beteiligten Musiker. Das war’s dann aber auch.

Achso: Die Platte gibt es zum „Name your Price“ bei Bandcamp. Jeder kann sich also selbst ein Bild vom Elend machen.

16.02.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

Der metal.de Serviervorschlag

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