Tears Of Mankind - Memorian

Review

Man ist viel zu schnell dabei sich in einem ersten Urteil zu verrennen. Mir wäre das beinahe beim russischen Einmann-Projekt TEARS OF MANKIND passiert. Denn nach dem ersten Höreindruck ist „Memoriam“ nicht viel mehr als ein weiteres Album aus der Death-Doom-Ecke, das keiner großen Aufmerksamkeit bedarf.

So falsch kann man liegen. Zwar wird Philip Skobelin mit Sicherheit nie einen Preis für Originalität einheimsen, dafür aber umso mehr für packende Melodien. Zwar hat „Memoriam“ auch seine Schwächen, wie die auf die gesamte Spielzeit recht eintönigen Growls, aber das sind eher Randnotiz. Ein beneidenswertes Händchen für packende Melodien und epische, aber dezente Keyboard-Teppiche machen „Memoriam“ zu einer spannenden Angelegenheit. Dabei ist das Album in zwei Hälften geteilt, während sich die ersten sieben Songs mit englischen Lyrics Ausdruck verleihen, lässt Philip Skobelin mit den letzten vier Songs seine Heimat aus sich sprechen und textet auf Russisch. Das verleiht dem Material noch zusätzliche Würze, vor allem, da das Material insgesamt betrachtet auch das stärkere ist. Dennoch, Songs wie „Deadly Desire“, das etwas flottere „Under The Great Doom“ und „So Long And So Recently“ mit seiner wehmütig klagenden Leadgitarre sind schon starkes Liedgut. Trotzdem hinterlässt der Ausflug in die Heimatsprache nicht nur dank der Lyrics einen noch besseren Eindruck. Es fängt schon bei sanften Clean Vocals an, mit denen „Маятник“ veredelt wird und hört bei den deutlich dramatischeren „Реквием“ und „Вино Памяти“ auf. Gerade die letzten beiden Songs fahren alle Stärken des eher monotonen Death-Dooms auf und bieten den Keyboards und der Lead-Gitarre noch mal die Möglichkeit, mit zärtlichen Klängen gegen die tonnenschwere Last der Riffs anzugehen – stark!

Das bleibt „Memoriam“ auch. Zwischendurch schleichen sich zwar auch ein paar Längen ein, was bei einer Spielzeit von mehr als einer Stunde kaum überrascht und leider erkennt man auch die Drums aus der Dose, alles in allem aber finde ich das vierte Album des Russen durchaus beachtlich. TEARS OF MANKIND ist die gelungene Mischung aus Abwechslung, Death und Doom sowie dem nötigen Feingefühl für schöne Momente, das ein Album dieser Gangart eindeutig benötigt. Da braucht es auch nicht immer brandneue Ideen.

10.02.2012

Chefredakteur

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