Tenacious D - Post Apocalypto

Review

Es knallt. Heftig. Zurückbleiben Kyle Gass und Jack Black alias TENACIOUS D und das dank eines offensichtlich unkaputtbaren Gefrierschrankes aus den 50ern. So beginnt es. TENACIOUS D, die ebenfalls offensichtlich unkaputtbaren, kleinen Rampensäue, durchleben mit „Post Apocalypto“ ein sehr spezielles Endzeitszenario, aus dem es nur den einen Ausweg geben kann: TENACIOUS D retten die Welt. Oder auch ihren eigenen Arsch.

TENACIOUS D: Nehmen den Pinsel die Hand

Das am 02.11.2018 erscheinende Album geht Hand in Hand oder sagen wir besser Hand in Phallussymbol mit der gleichnamigen, bei Youtube erscheinenden, Comicserie, gezeichnet von Jack Black, entworfen in Zusammenarbeit mit Kyle Gass. Folglich kommt man hier nicht nur in den Genuss des Hörens sondern kann sich gleichzeitig auch in kleinen Comicstrips zu jedem Song ansehen, was in TENACIOUS D’s Köpfen so vorgeht. Gemessen an dem Zeichenstil und den Lyrics gestaltet sich das Ganze dann doch etwas einfach gestrickter.

TENACIOUS D stricken sich über die gesamte Spiellänge ein Storybord zusammen, was oft eher nach Hörbuch, als nach musikalischen Ergüssen schreit. Diese kommen bei  TENACIOUS D aber nicht kurz, zumindest nicht jegliche, sonstige Ergüsse.

„Post Apocalypto“: Hoffnung, Liebe, Trump und Co.

In der Geschichte trifft das Duo auf die unterschiedlichsten Gestalten. Da wäre zum Beispiel ein zweiköpfiger, mutierter Hund namens „Hope“, der gleich zu Beginn der Platte episch besungen wird und damit einen der besten, im Kopf bleibenden Songs, der Veröffentlichung liefert. Denn, wie sollte es auch anders sein: Solange es „Hope“ gibt, kann die Menschheit noch nicht verloren sein.

Da geht einem das düstere Herzchen auf und die Welt offensichtlich nicht so schnell unter, denn Kyle und Jack treffen gleich darauf auf weitere Überlebende. Höhlenfrauen.“Cave Woman“, die ihnen helfen. Naja. Wie TENACIOUS D „helfen“ interpretieren wird in „Making Love“ ausführlichst unter Nennung aller möglichen Variationen und Techniken beschrieben und dank des dazugehörigen Comics auch deutlich gezeigt. Nur für den Fall, das jemand bei einem Songtitel wie „Making Love“ Fragezeichen im Gesicht haben sollte, natürlich. TENACIOUS D sind da ja gerne Erklärbären, packen das (ihr) Ding an und randvoll mit doppeldeutigen Anspielungen. Sowohl auf alles was sich zwischen den Beinen befindet aber auch auf politischer und ökonomischer Ebene.

Auch wenn „Post Apocalypto“ mit der lyrischen Hand eher in Gefilde jenseits der Gürtellinie abrutscht, bleibt es eine grundehrliche Sache, die nichts verschleiert und zum Beispiel mit Seitenhieben Richtung Trumpsche Familie eben auch mächtig austeilt („March“).

Zwei Männer, zwei Gitarren, eine Story

Das Duo mischt dabei einen typisch US-rockigen Gitarrensound mit Sprechpassagen und wäre ohne die absolute Passion sich selbst und gegenseitig auf die Schippe zunehmen, sicherlich um Längen langweiliger. Gass und Black sind direkt und hauen unvermittelt heraus. Auf die Drums haut bei „Post Apocalypto“ erneut Mister Dave Grohl von den FOO FIGHTERS.

TENACIOUS D sind Storyteller, immer schon gewesen und das man eben das, was sie tun nicht 120% bierernst nehmen sollte, sollte jedem nach „Pick Of Destiny“ oder „Rize Of The Feniz“ mehr als klar sein. „Post Apocalypto“ spielt mit dem „Was wäre wenn“- Gedanken und ist eine Geschichte von zwei verrückten Musikern, die eben Bock haben, Geschichten zu erzählen. Final Sinn ergebend allerdings als Gesamtes. Sich einzelne Songs mal herauszupicken ist durchaus machbar, aber ähnlich sinnlos als würde man einem Film in der Mitte starten. Einen Film aus dem FSK18-Bereich, um sich dann zu wundern, warum überall Stroh herumliegt.

Welt-Rettung leicht verdaulich

Zusammen mit der sechsteiligen Comicserie funktioniert „Post Apocalypto“ schon sehr gut, kommt aber im Vergleich an meinen persönlichen Favoriten „Tenacious D“ (2001) nicht heran. Wer tiefschürfende Gedankengänge sucht und benötigt, liegt hier absolut gewaltig daneben. TENACIOUS D sind zurück und lassen es knallen. Heftig. Postapocalyptisch. Aber auf Ebene der leichten Kost.  Aber manchmal ist das sehr okay und manchmal braucht es einfach nur einen zweiköpfigen Hund, etwas „Hope“ für alle und TENACIOUS D die ihren Arsch oder eben das was zwischen ihren Beinen liegt, retten wollen.

 

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31.10.2018

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1 Kommentar zu Tenacious D - Post Apocalypto

  1. Bluttaufe sagt:

    Nichts für ungut aber wenn ich die Reviews von Fräulein Grönecke-Preuss lese, bin ich hinterher immer so schlau – im Sinne von unklug – wie vorher. Bis aus US-rockigen Gitarrensound erfährt man nichts über den musikalischen Background der Band.
    Das ist so typisch: Ich schreibe um den heißen Brei, komme aber nicht zum eigentlichen Inhalt. Gruselig, ganz gruselig!
    Ich kann diesen Kauderwelsch nicht mal als Review wahrnehmen. Ist es denn so schwer einige Anhaltspunkte zu nennen?