The Gaslight Anthem - Live In London

Review

Man kann es entweder als selbstbewusst oder als frech einordnen, eine DVD mit 41 Minuten Spielzeit zum Vollpreis in die Läden zu stellen, wenn man eine Band mit dem Status von THE GASLIGHT ANTHEM ist. Ich bewerte es eher als dreiste Geldmacherei von Seiten des Labels, 20 Euro für eine Ansammlung von zehn Songs zu verlangen, die sich zum großen Teil aus Songs des aktuellen Albums zusammensetzen und damit nicht mal einen groben Überblick über das Schaffen der Band vermitteln. Ein Produkt, das bei wesentlich unbekannteren Bands schon gerne mal als kostenloser Bonus zum regulären Album beiliegt. „Live In London“ ist also eines schonmal nicht: Ein wertiger Release, für das man gerne einen Haufen Scheine hinblättert.

Aufgenommen wurde das „Konzert“ auf der letztjährigen Tour in London, und was den Werteverlust dieser Veröffentlichung sogar noch vergrößert, ist die Tatsache, dass man bei der Performance der Band jederzeit erkennt, was man mit ein bisschen mehr Mühe aus diesem Konzertfilm hätte machen können. Die Darbietungen sind ansprechend gefilmt und von den Senkrechtstartern aus New Jersey gut umgesetzt, das Publikum ist allerdings lediglich Teil des visuellen Aspekts, sprich: nicht zu hören, abgesehen vom Applaus zwischen den Songs. Die Bandhits „The 59 Sound“ und „Handwritten“ gewinnen bei der Live-Performance nochmal deutlich an Energie, aber angesichts der äußerst schmalen Setlist gibt es eine ganze Menge, was man vermisst, und viele Aspekte der Band, die einfach unter den Tisch fallen. Von „American Slang“ gibt es nur einen Song (den Titelrack), von „The 59 Sound“ zwei, und besonders die gefühlvolle Seite der Band bleibt vollkommen außen vor. Bedauerlich, vor Allem, das man weiß, dass die Setlists der Tour wesentlich reichhaltiger waren. Warum man den Fans nun so ein halbgares Produkt vorsetzt bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen.

Es gibt wenige Bands, bei denen man sich mehr nach einem amtlichen Live-Dokument sehnt, vorliegende Veröffentlichung kann das Bedürfnis nicht stillen. Ein unglücklicher Release, dessen Leistung in keinem Verhältnis zu seinem Preis steht.

18.01.2014

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