The Hirsch Effekt / Caleya - Apogæum / Perigæum

Review

Nach dem wirklich tollen Debüt „Holon:Hiberno“ haben bestimmt nicht wenige auf ein neues Lebenszeichen von THE HIRSCH EFFEKT gewartet. Dass dabei mit allem gerechnet werden muss, gab ja auch schon das Album zu verstehen, und wird nun auf dieser Split mit den Mannen von CALEYA nochmals unter Beweis gestellt.

Und dann kommt die Ernüchterung. Denn für mich haben sich die Hirsche mit dieser Veröffentlichung kaum einen Gefallen getan. Ihren Teil der Veröffentlichung bestreiten sie mit drei Titeln („Arcanum“, „Lentevelt“, „Hiberno“), die als akustische, leicht klassische Neuinterpretationen verarbeitet wurden. Das ist eine durchaus spannende Idee; es stellt sich aber die Frage, was es den schon vor Details strotzenden Originalen noch hinzuzufügen gäbe. Die ruhige Instrumentierung mit Streichern, Chören, Schifferklavier und Ähnlichem ist zwar schön anzuhören, aber erzeugt kaum wirklich fesselnde Spannung oder Überraschung.

Wenn man wiederum die Originale schon kennt, sind diese Neuversionen wirklich kaum der Rede wert. Die Originaltitel wurden drastisch zusammengekürzt, sodass sie kaum Zeit haben, irgendeine Wirkung zu entfalten. Zwar ist die Musik nie schlecht, aber Faszination lösen diese zehn Minuten kaum aus. In Teilen entsteht schon so etwas wie Spannung; aber genauso schnell ist es dann auch schon wieder vorbei damit. Und die Stimme, die auf dem Album noch einen Charme gerade wegen ihrer ungestümen Art hatte, wirkt hier leider ziemlich deplatziert. Im Kontrast zur zarten Akzentuierung wirkt sie holprig, grob und einfach unpassend. Schade.

(4/10)

Da sind die Kollegen von CALEYA wesentlich besser dran. Mir sagte die Band im Vorfeld gar nichts, und viel ist auch noch nicht geschehen; bis dato gab es Anfang des Jahres ein Album, das Zweite steht in den Startlöchern. Ohne großartige Experimente bestreiten die Hamburger mit „Amygdala“ die zweite Hälfte der Split. Zwar bringt mich auch diese Seite kaum zu Begeisterungsstürmen, im Vergleich zum Vorgänger machen diese aber einfach eine bodenständige und klare Figur.

Irgendwo im Post HC / Metalcore / Postrock Umfeld ist die Musik von ihnen zu finden. Nicht so verspielt wie bei ihren Vorgängern wird hier ganz klassisch ein zwischen wütend und emotional-verzweifelt pendelndes Stück durchgezogen. Deutsche Texte, die mal gestöhnt, größtenteils in Core-Manier gebrüllt werden, dazu weite Gitarren, kraftvoller Klang, sehnsüchtige Melodien – all das ist zwar weit entfernt von innovativ, aber CALEYAs neun Minuten sind durchaus schön und dramatisch anzuhören.

(6/10)

15.11.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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