The Horn - Volume 10

Review

Sage und schreibe Longplayer Nummer Zwölf schmeißt uns das australische Ein-Mann Projekt THE HORN mit „Volume Ten“ vor Füße, davon wurden allein zehn Scheiben in den letzten sieben Jahren veröffentlicht. Das ist eine höhere Quote als sie sogar die Vielveröffentlicher von AMORPHIS mit ihren sechs Alben im gleichen Zeitraum hinbekommen haben. Vorgenommen hat sich THE HORN textlich-konzeptionell auf jeden Fall einen ziemlichen Brocken: Vertont werden sollen die gesammelten Sprüche aus dem altägyptischen Totenbuch, eine Sammlung von immerhin 190 Sprüchen, in der Übersetzung von R.O. Faulkner. Der Zyklus ist mit „Volume Ten“ auch schon ordentlich weit fortgeschritten, aber da muss schon noch bisschen Arbeit investiert werden, will man das Gesamtwerk zu Lebzeiten noch abschließen…

Passend zum literarischen Konzept ist dann auch die musikalische Ausrichtung gewählt: THE HORN nehmen für sich in Anspruch, ägyptisch-okkulten Spacemetal zu spielen, und zwar exklusiv. DAS klingt erstmal ziemlich verlockend! Schleppende NILE treffen auf düstere DARKSPACE-Sequenzen? Oder die dämonische „Midian“ von CRADLE OF FILTH gepaart mit der Unkonventionalität von ARCTURUS? Leider nein.

Man rumpelt sich reichlich unbeholfen durch vierzehn Songs, die ständig zwischen rasendem Black Metal, beschwörendem Geflüster und elektronischen Spielereien wechseln. Die gesamte Zusammenstellung wirkt dabei deutlich zu verworren und unsortiert, um dauerhaft eine okkulte, mystische Stimmung zu beschwören. Übrig bleibt bestenfalls ein Haufen kruder Black Metal Songs, die anno 2014 niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. Obwohl Größen wie MORBID ANGEL und MAYHEM als Inspiration ins Feld geführt werden, erreicht man zu keinem Zeitpunkt deren instrumentale oder kompositorische Klasse und Dichte. Eine Produktion, die zudem noch so roh klingt, dass die kleinen Besonderheiten fast untergehen, trägt ihr Übriges zu dem unzureichenden Gesamteindruck bei.

Letztlich gibt es ein paar Pluspunkte für die eingebauten orientalischen Spielereien und den ehrgeizigen konzeptionellen Ansatz, zudem für ein kurzes Aufhorchen am Anfang der Scheibe, wenn man versucht, in das musikalische Universum von „Volume Ten“ einzutauchen. Doch Songs wie „Spell 47“ oder „Spell 146“ bringen einen dann schnell wieder auf den Boden der Realität zurück.

Fazit: Hier trifft eher der musikalische Erich van Däniken auf die Stimmung der filmischen Spaceperle „This Island Earth“. Schade drum.

19.01.2014

Iä! Iä! Cthulhu fhtagn!

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