The Loranes - Trust

Review

Unglaublich, aber wahr: THE LORANES existieren gerade mal seit einem Jahr und veröffentlichen in diesen Tagen ihr Debütalbum „Trust“ mit elf knackigen Rocknummern. Die Berliner sind allerdings keine Unbekannten, steht bei ihnen doch Mammut, der Ex-Bassist von KADAVAR, in den Reihen. Das Trio gibt sich auch alles andere als bescheiden und protzt im beigelegten Promo-Material damit zu wissen, was einen Klassiker ausmacht. Die Messlatte ist also hoch angesetzt.

Was sofort auffällt, ist die großartige Produktion. Sie klingt nach voll aufgerissenen, glühenden Röhren-Amps, verstaubtem Proberaum und jeder Menge Schweiß, der von der Decke tropft. Das ist großartig, roh, dreckig und authentisch – gute Grundvoraussetzungen also für einen Klassiker. Genauso kompromisslos wie die Produktion sind wohl auch die Songs entstanden. Es braucht keine vierzig Minuten für die elf Tracks.

Der Opener „Black Cat White Cat“ fasst in knapp zweieinhalb Minuten zusammen, was auf „Trust“ geboten wird: Blues, Vintage-Rock, Alternative und ein bisschen Psychedelic-Rock, gepaart mit tollen Leadgitarren und Texten über Frauen und die Leichtigkeit des Lebens. Sänger und Gitarrist Pat überzeugt mit seiner Stimme, die leicht ironisch und auf eine sympathische Art angepisst klingt. Es riecht nach Lederjacken, Bier und Raucherkneipe, egal ob es etwas ruhiger („Easy“, „Dead End Road“, „Trust“) oder schneller („Black Cat White Cat“, „Suicide Leaders“, „She Aint You“) zugeht. Die Songs haben einen gemeinsamen Nenner und klingen wie aus einem Guss.

Man sucht auf „Trust“ vergeblich nach einem Durchhänger, aber genauso vergeblich sucht man auch einen Hit – was für einen Klassiker unverzichtbar ist. Die Songs haben am Ende einfach zu wenig Wiedererkennungswert. Soll heißen: es macht Spaß, die Platte zu hören, noch mehr Spaß macht es bestimmt, THE LORANES live zu erleben, aber „Trust“ frisst sich nicht in die Gehörgänge. Man kommt nicht in sein vertrautes Stübchen und denkt: „Geil, jetzt ’ne Runde THE LORANES!“ Sondern eher: „Ah, THE LORANES, könnte man mal wieder auf den Plattenteller legen!“.

Das Trio präsentiert grundsoliden Rock und wird sicherlich erste Spuren hinterlassen. THE LORANES werden wahrscheinlich auch in ausverkauften Clubs spielen und man wird sie vielleicht auch mal als Supportband auf einer größeren Bühne erleben. Um aus dem Underground rauszukommen und mehr als eine weitere Rockband zu sein, braucht es auf dem nächsten Album aber definitiv mehr Hitpotential.

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19.10.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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