The Saints - Nothing Is Straight In My House

Review

Es spricht schon irgendwie Bände, wenn eine Band die seit den 70er Jahren Musik macht, sich kompositorisch kaum ändert und damit auch heute noch junge Fans gewinnen kann. Klar, wenn man sich heute noch fröhlich an zeitlosen Werken der Spätromantik- oder Jazzepochen bedienen kann, warum sollten sich dann auch die ebenso zeitlosen Ursprünge des Rocks innerhalb von 30 Jahren weiterentwickeln? Immer schön dem Affen Zucker geben, und wenn die ‚legendären‘ The Saints aus dem australischen Outback dann im Jahre 2005 beweisen wollen, dass in ihrem Haus immer noch nix gerade läuft, warum nicht?
Dabei bedienen sie sich einer Mischung aus Rock, Punk, Blues und elektronischen Spielereien die bereits seit der neuen deutschen Welle niemand mehr begeistern können – Nostalgiker mal ausgenommen. Leider klingt auch die Produktion eher nach Schallplatte als nach Compact Disc; was mir bei aller Authenzität dann doch etwas übel aufstößt. Wenigstens wissen die Aussies was stereo ist – gelobt sei die Völkerverständigung!
Aber abgesehen von all dem oben genannten Zeug, was man als Fan natürlich getrost ignorieren kann, ist ‚Nothing is straight in my House‘ von vorne bis hinten absolut gelungen. Der Opener ‚Porno Movies‘ schlägt dabei in Punkto Schlichtheit alles bisher dagewesene um Längen und überzeugt gute 3 Minuten lang mit nicht mehr als anderthalb Gitarrenriffs. Zusammen mit den folgenden ‚a madman wrecked my happy home‘ und dem Titeltrack hätte dabei der Einstieg in dieses Album nicht besser gelingen können. Fortgeführt wird die Reihe großartiger Gute-Laune-Rocker mit ‚paint the town electric‘, ’nylon pirates‘ und dem großartigen ‚bang on‘; in dieser Sparte bleibt die Band also auf gewohnt hohem Niveau.
Und während man also ein kleines Review schreibt und denkt ‚hier passiert ja eh nix großes mehr‘, schleicht sich urplötzlich ein 7minütiges Monster namens ‚Garden Dark‘ heran. ‚Unkonventionell‘ ist in Relation zum restlichem Album gar kein Ausdruck – bei diesem Hammerwerk geraten Gesangseinsprengsel gekonnt zum Beiwerk, und auf ein gleichbleibendes akustisches Motiv werden ständig aufs neue Gitarrensoli der Superlative runtergeschmiert. Bleibt der komplette Rest des Albums auf eher gewohnten Bahnen, kann dieses Mini-Epos einen wirklich den Verstand kosten. Einwandfrei – Daumen hoch von meiner Seite!
Und so endet das Scheibchen auch schließlich. The Saints haben an keinen Qualitäten verloren und können weiterhin allen Rock/Punk/Blues Jüngern empfohlen werden. Die Mischung stimmt, die Qualität sowieso, und wer seine Tour ‚Burning Bush‘ nennt, bleibt erfolgreich auf der guten Seite der Macht. Selbst wenn es mir etwas seltsam vorkommt, wenn sogar schon die werten über 40er anfangen über feuchte Träume und Pornofilme singen zu müssen…

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23.04.2005

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